Heinsberg I - Springer I 3 : 5
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Heinsberg I - Springer I 3 : 5
 
10.12.2000
 
Heute ging es zum Tabellenletzten aus Heinsberg. Nachdem wir im ersten Mannschaftskampf nicht pünktlich fahren konnten, setzten wird den Treffpunkt für heute etwas früher an. Natürlich waren heute alle pünktlich am Treffpunkt, so dass wir eine halbe Stunde zu früh in Heinsberg waren. Peter und Werner kamen direkt nach Heinsberg. Während Peter ohne nennenswerte Verspätung eintraf, kam Werner erst um halb elf - sein Wagen hatte gestreikt. Nachdem alle Mann an Bord waren, hofften wir auf unseren ersten Saisonsieg.

Brett 1: Nepsen (2104) - Dr. M. Esser(2098) 0 : 1
An Brett 1 wurde klassisches Königsindisch gespielt. Dabei wich Schwarz früh vom theoretischen Pfad ab, vernachlässigte dabei aber seine Figurenentwicklung. Dies nutzte ich zu einem Springeropfer für 2 Bauern, zu denen sich ein dritter gesellte, den Schwarz gab, um seine Figuren zu entwickeln. In der Folge wanderten meine freien c- und d- Bauern schnurstracks Richtung gegnerische Grundlinie. Einer erreichte sie auch, was Schwarz eine Figur kostete. Leider verlor ich danach etwas den Faden und meine Position verschlechterte sich zusehends. Trotzdem hätte es zu einem Remis reichen sollen - hätte ich nicht noch im 35. Zug einen Bock geschossen. Kurz vor dem Matt gab ich auf.

Brett 2: Hendrikx (1983) - Fischdick (2016) ½ : ½
Weiß spielte die Eröffnung recht anspruchslos und Werner konnte relativ schnell leichten Vorteil erlangen. Dann übersah er jedoch einen taktischen Einschlag im Zentrum (oder schätzte ihn falsch ein), wonach er seine Dame gegen 3 Leichtfiguren und 2 Bauern geben musste. Leider konnte er seine Leichtfiguren nicht recht koordinieren, so dass Weiß eigentlich immer besser stand. Dies konnte er jedoch nicht ausnutzen und die verbleibenden Figuren und Türme wurden alle abgetauscht. Im entstehenden Endspiel 3 Leichtfiguren gegen Dame konnte Werner das Spiel ausgleichen. Zum Ende hin hätte er sogar einen Vorteil erzielen können, machte aber einen ungenauen Zug. Dieser hätte Weiß sogar den Sieg bringen können, doch der Heinsberger erkannte die Gunst der Stunde nicht, so dass man sich letztlich auf Remis einigte.

Brett 3: Basen (2015) - W. de Cauter (1995) 0 : 1
Nach einer recht ausgeglichenen Eröffnung erlangte Thomas durch ein interessantes Qualitätsopfer die Initiative und das bessere Spiel. Da er auch die Königsstellung seines Gegners lockern konnte, stand er eigentlich besser. Leider fand er den Ausheber nicht, spielte ungenau und seine Stellung ging schnell den Bach hinunter.

Brett 4: Schroeder, A. (1967) - Kothen (2029) 0 : 1
Helmut spielte heute ganz untypisch - er stand nicht schlechter! Wir befürchteten schon das Schlimmste! Scherz beiseite. Helmut konnte in der Eröffnung schnell ausgleichen, insbesondere da Weiß vergaß, seine Figuren zu entwickeln. Es sah schon nach einem Remis aus, da stellte Weiß einen Bauern ein. Da zusätzlich zum Bauern der schwarze Springer nach e3 kam, war die Partie gelaufen und Weiß überschritt im 36. Zug die Zeit.

Brett 5: Hamacher (2104) - Jungen (1970) 1 : 0
Claus konnte in der Eröffnung keinen Vorteil nachweisen und hätte eigentlich schnell Remis machen müssen. Doch leider stand der Mannschaftskampf so schlecht für uns, dass daran nicht zu denken war. So lehnte er im 39. Zug auch ein Remisangebot des Gegners ab. Das schien dieser nun überhaupt nicht erwartet zu haben denn er stellte prompt im folgenden Zug einen Bauern ein! Von den nun folgenden 30 Zügen hätte Claus sicherlich die Hälfte einsparen können, anbrennen ließ er jedoch nichts mehr und stellte mit seinem ersten Sieg für Springer das 5 : 3 sicher.

Brett 6: Königs, Chr. (1787) - Drißen (1964) 0 : 1
Peter spielte mit Schwarz eine Art Drachenvariante und erhielt eine Stellung für die Bobby Fischer folgenden Plan vorschlug: "Weiß zieht h2-h4-h5, opfert die Qualität auf h5 und selbst ein Amateur kann so einen Großmeister matt setzen". Weiß kannte den Plan offensichtlich nicht, spielte schlecht und stellte obendrein noch einen Turm ein. Peter war als erster fertig!

Brett 7: Kruijer, Ralf (1882) - Königs, P. (1700) 1 : 0
Ralf spielte die Eröffnung recht anspruchslos und ein schnelles Remis lag in der Luft. Schwarz zeigte sich jedoch kämpferisch und öffnete mit h6-h5-h4xg3 die h - Linie. Leider "vergaß" er jedoch diese auch zu besetzen. Dies machte Ralf um so besser und gewann die Dame und die Partie.

Brett 8: Schroeder, K. (1851) - Salamone (1775) ½ : ½
Giuseppe spielte heute für Roland Plaumann Ersatz, der kurzfristig absagte, da er etwas anderes vor hatte. Lange Zeit sah es so aus, als würde Giuseppe langsam an die Wand gespielt. Insbesondere sein vereinzelter Bauer auf h5 war das Ziel der weißen Angriffe. Auf die Konzentration der weißen Kräfte am Königsflügel reagierte Giuseppe dann sehr geschickt - er griff im Zentrum an. Dieses Gegenspiel erwies sich als ausreichend für den Ausgleich und mit seinem Remis fuhr Giuseppe, der in der 1. Mannschaft noch ungeschlagen ist, den wichtigen 4. Punkt ein.

Durch diesen glücklichen Sieg kann Springer nun auf einem beruhigenden 6. Platz überwintern.
 
Roland Nepsen