Springer I - Velbert I 4 : 4
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Springer I - Velbert I 4 : 4
 
7.01.2001
 
Im ersten Kampf des neuen Jahres ging es gegen Velbert, die aufgrund des besseren DWZ Durchschnittes leicht favorisiert waren. Zudem fehlte bei uns Werner Fischdick, während die Velberter komplett antreten konnten.

Vorweg ein dickes Lob an Sascha Aretz, der uns pünktlich um 9.45 Uhr das Jugendfreizeitheim aufschloss und am Vorabend schon alle Bretter aufgebaut hatte! Trotzdem begann der Kampf mit einer Viertel Stunde Verspätung, da die Velberter aufgrund des schlechten Wetters (Glatteis im Bergischen Land, während bei uns alles trocken war) zu spät kamen. Andererseits hatte dies den Vorteil, dass auch Peter Drißen mit 2 Stunden auf der Uhr beginnen konnte!

Brett 1: Hübner (2159) - Nepsen (2104) 0 : 1
Weiß konnte aus der Eröffnung keinen Vorteil schlagen, obwohl es oberflächlich so aussah, als ob er die Initiative besäße. In Wirklichkeit fanden die weißen Figuren jedoch keine guten Felder und Weiß fand auch keinen effektiven Plan, während Schwarz sich anschickte, im Zentrum vorzugehen. Ein mir nicht verständlicher Tausch des weißen Fianchettoläufers g2 gegen meinen Springer c6 ließ die weiße Königsstellung ziemlich offen, so dass ich meine Aktivitäten dahin verlegte. Ein ungenauer weißer Zug erlaubte mir schließlich noch einen Zentrumsdurchbruch mit 25. ... e4! Danach war die Partie gewonnen, jedoch hätte ich sehr genau fortsetzen müssen. Weiß stellte jedoch eine Figur ein und gab kurz vor dem Matt auf.

Brett 2: Basen (2015) - Dr. Negele (2189) 0 : 1
Thomas spielte die Eröffnung ausgesprochen schwach und stand schnell schlechter. Er fand keine vernünftigen Felder für seine Figuren, während sich die Partie für Schwarz von selbst spielte. Folgerichtig musste Thomas am heutigen Tage auch als erster aufgeben.

Brett 3: Savic (2020) - Kothen (2029) ½ : ½
Helmut hatte in der Eröffnung überhaupt keine Probleme und glich schon nach wenigen Zügen aus. Allerdings gab die entstandene Stellung auch nicht mehr her, so dass er eigentlich das von Weiß vorgeschlagene Remis hätte annehmen müssen. Leider hatten zu diesem Zeitpunkt Thomas und Roland Plaumann schon verloren, so dass er weiterspielen musste. Beim Versuch aus der Stellung doch noch eine Chance heraus zu kitzeln, unterlief ihm ein Fehler, der einen Bauern hätte kosten müssen. Weiß übersah dies jedoch und man einigte sich später beim Stand von 3½:3½ auf ein Remis.

Brett 4: Hamacher (2108) - Golubovic (2001) ½ : ½
Claus hatte heute sehr viel Glück. Die Eröffnung spielte er nicht optimal und geriet in eine etwas passive Stellung. Schwarz nutzte dies, um am Köngisflügel anzugreifen. Er schien von seinem Angriff jedoch nicht ganz überzeugt zu sein, da er zwischen zeitlich Remis anbot, welches Claus aufgrund des Standes im Mannschaftskampf ablehnen musste. Durch ein Figurenopfer öffnete Claus das Zentrum, was wohl nicht ganz korrekt war. In Gewinnstellung bot Schwarz im 29. Zug wieder Remis an, da er keine Zeit mehr hatte!
Korrektur: Claus hatte heute doch nicht so viel Glück. Vielmehr hat er in seiner Notation einen schwarzen Zug (26. ... Ld5) vergessen. Die so entstandene Position unterscheidet sich erheblich von jener, die ich meiner Bewertung zu Grunde legte! Im Großen und Ganzen war der Partieverlauf ausgeglichen und lediglich in der Schlussstellung hatte Schwarz leichten Vorteil. Da Schwarz sich jedoch in Zeitnot befand, wählte er das sichere Remis durch Dauerschach - eine sinnvolle Entscheidung, da der Mannschaftskampf zu diesem Zeitpunkt besser für Velbert stand.

Brett 5: Born (1981) - Drißen (1964) 0 : 1
Peter erreichte aus der Eröffnung eine passive, aber solide Stellung. Weiß konnte mit seinem Raumvorteil sichtlich nichts anfangen und ließ auch beste Möglichkeiten aus. Als Peter alles im Griff hatte, ging er seinerseits zum Angriff am Königsflügel über. Da Weiß auch noch in große Zeitnot kam, war die Partie nach der Zeitkontrolle gelaufen.

Brett 6: Kruijer (1882) - Guyens (1999) 1 : 0
Ralf spielte in der Eröffnung ziemlich harmlos und zunächst schien nicht viel los zu sein. Schwarz traf jedoch einige merkwürdige Entscheidungen, so dass sich die weiße Stellung zusehends verbesserte und Ralf konnte seinen c4 Bauern über d5 und c6 bis nach b7 treiben! Dieser Freibauer entschied dann auch den Tag.

Brett 7: Hafke (2005) - Plaumann (1918) 1 : 0
Roland spielte die Eröffnung etwas merkwürdig, erreichte aber eine gute Stellung. Die warf er jedoch durch einen zwei zügigen Qualitätsverlust fort und verlor danach schnell.

Brett 8: Krauhausen (1905) - Szymaniak (1981) 0 : 1
Günter stand aus der Eröffnung heraus gut und hätte auch einen Bauern gewinnen können. Die Stellung, die entstanden wäre, schätzte er jedoch falsch ein, so dass er auf den Bauern verzichtete. Trotzdem stand er besser, spielte in der Folge aber etwas sorglos und Schwarz konnte durch aktives Spiel Ausgleich erzielen. Einen Fehler von Günter konnte Schwarz elegant ausnutzen und die Partie schließlich noch gewinnen.

 
Roland Nepsen