Am heutigen Tag ging es nach Kamp-Lintfort. Da es in der Nacht gefroren hatte, waren die Straßen teilweise glatt und wir konnten erst mit 10 minütiger Verspätung los fahren, da das "Kratzen" bei einigen etwas länger dauerte. Trotzdem kamen wir pünktlich in Kamp-Lintfort an - dank sei Claus Hamacher's geniales Navigationssystem! Dabei hätten wir uns gar nicht beeilen müssen - das Lokal war noch abgeschlossen und wurde erst kurz nach 10 Uhr geöffnet. Gespielt haben wir dann neben einer Kegelbahn, was sich aber erst ab ca. 15.30 Uhr bemerkbar machte. Schlimmer war der Boden im Spielsaal, der bei jedem Schritt "quietschte", so dass von Turnierruhe nie die Rede sein konnte.
- Brett 1: Nepsen (2104) - Hagen (2158) 0 : 1
-
Die Eröffnung spielte ich nicht gut und Schwarz konnte schnell ausgleichen. Dabei war die Stellung keineswegs "langweilig". Ich ging dann wohl etwas zu optimistisch zu Werke und geriet in eine schlechtere Stellung. Ein Fehler meines Gegners brachte mich dann doch noch mal ins Spiel zurück - besser gesagt: hätte mich ins Spiel zurückbringen können. Mehrere Züge gewannen einen Bauern - ich wählte jedoch einen "sicheren" Zug, der einen Bauern verlor. Der Rest war Agonie.
- Brett 2: Bosser (2087) - Fischdick (2039) ½ : ½
-
Weiß spielte die Eröffnung sehr anspruchslos und Werner konnte schnell die Initiative ergreifen. Aus der Initiative entwickelte sich ein Königsangriff, der Werner letztlich einen Bauern in einem Springer Endspiel brachte. Dies hat er nicht ganz so optimal gespielt und Weiß konnte alle Bauern tauschen. Den letzten "fraß" er dann mit seinem Springer.
- Brett 3: Basen (2014) - Westermann (2117) 1 : 0
-
Thomas opferte in einer Nebenvariante der spanischen Verteidigung einen Bauern und erhielt schönes Spiel im Zentrum und auf dem Königsflügel. Dieses konnte er in einen Qualitätsgewinn umsetzen. Nach Auflösung des Damenflügels entstand ein Turm - Läufer Endspiel, bei dem beide Seiten noch den g- und h- Bauern besaßen. Durch geschicktes Spiel konnte Thomas seinen Gegner ausmanövrieren und nach über 70 Zügen den vollen Punkt einfahren.
- Brett 4: Nurkowski (1988) - Kothen (2040) 1 : 0
-
Helmut spielte die Eröffnung sehr passiv und Weiß stand immer besser. Irgendwann ging dann noch ein Bauer verloren und im entstehenden Läufer - Springer Endspiel war Helmut's passiver Springer dem aktiven weißen Läufer hoffnungslos unterlegen.
- Brett 5: Hamacher (2108) - Grube (2079) ½ : ½
-
Eine interessante Partie entwickelte sich an Brett 5. Nach einem ruhigen Eröffnungsverlauf wurde die Stellung geöffnet und es entwickelte sich ein sehr scharfes Spiel mit beiderseitigen Chancen. Beide Spieler benötigten viel Zeit und kamen in Zeitnot. Ein Kamp-Lintforter Spieler schrieb die Züge mit. Als Claus seinen 41. Zug gemacht hatte stand er auf um sich etwas zu "entspannen". Zu diesem Zeitpunkt war noch keine Platte gefallen. Und was machte der Kamp-Lintforter Spieler der in der Zeitnot der Spieler mitschrieb? Er warf das Partieformular auf den Tisch und wandte sich ab obwohl noch kein Blättchen gefallen war. Ein klarer Regelverstoß, der Springer dazu veranlasst, gegen die Wertung dieser Partie Protest einzulegen.
Zurück zum Geschehen auf dem Brett. Nach der dramatischen Zeitnotphase stand Claus klar besser und konnte eine Figur gewinnen. Sein Problem: der verbliebene h - Bauer und der weißfeldrige Läufer reichen nicht zum Gewinn - der typische "falsche Läufer"!
- Brett 6: Corten (1944) - Drißen (1956) ½ : ½
-
Peter konnte die Partie schnell ausgleichen und nach einem Generalabtausch fast aller Figuren kam es zu einem reinen Springer Endspiel. Peter hatte zwar eine leichte Initiative, jedoch war dies nicht genug und er erzwang durch ein Dauerschach das Remis.
- Brett 7: Kruijer, Ralf (1886) - Schubert (1867) ½ : ½
-
Ralf stand schnell besser, ohne irgend etwas dafür tun zu müssen. Wir rechneten schon damit, dass er sein 100% Ergebnis würde halten können. Allerdings machte er dann einige ungenaue Züge und Schwarz konnte sich in ein Dauerschach retten.
- Brett 8: Schmidt (1956) - Plaumann (1940) ½ : ½
-
Roland spielte die Eröffnung zunächst sehr passiv und Weiß stand leicht besser. Diesen Vorteil verspielte er jedoch nach und nach und Roland kam gut ins Spiel. In der Zeitnotphase vergab er diesen Vorteil jedoch und geriet in eine schlechtere Stellung. Warum Weiß das Remis durch Dauerschach erzwang ist mir ein Rätsel.
Hätten wir diesen turbulenten Kampf heute gewonnen, was im Bereich des Möglichen lag, hätten wir uns wieder nach "oben" orientieren können. Nun müssen wir auf den Ausgang des Protestes warten, von dem wir sicher sind, dass er durchgeht, da die Kamp-Lintforter Spieler den Vorfall nicht bestreiten.
Dem Protest wurde statt gegeben und der Kampf "am grünen Tisch" mit 4 : 4 unentschieden gewertet.
|