Springer I - Geldern 4½:3½
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Springer I - Geldern 4½:3½
 
11.03.2001
 
Heute wollten wir gegen Geldern die letzten Punkte für den Klassenerhalt einfahren. Außer Peter, der Geburtstag feierte und durch Günter mehr als vertreten wurde, waren auch alle Mann an Bord. Wie immer hatte Sascha Aretz die Figuren schon am Vorabend aufgebaut (dickes Lob), so dass mir als Mannschaftsführer nur die Aufgabe blieb, die Spielberichtskarten auszufüllen. Da auch unsere "Langschläfer" ohne besondere Verspätung kamen, konnte eigentlich nichts mehr schief gehen.

Brett 1: Vonk (2098) - Nepsen (2104) ½
In einer ziemlich ereignislosen Partie konnte ich mit Schwarz schnell ausgleichen und bot im 18. Zug Remis an (Thomas hatte schon gewonnen, Helmut brauchte nur noch wenige Züge und auch die anderen Partien sahen nicht schlecht aus). Dummerweise war aber mein 18. Zug ein Bock und Weiß hätte einen Bauern gewinnen können. Während ich dies gar nicht gesehen hatte, hatte sich mein Gegner verrechnet und nahm das Remis an. Glück gehabt!

Brett 2: Fischdick (2039) - Fiederling (2055) 0 : 1
Werner konnte in der Eröffnung keinen Vorteil nachweisen, nachdem er seinen Springer nach h3 entwickelt hatte, wo er eigentlich keine Zukunft hatte. Diesen Springer spielte er über g5 nach e6, wo er abgetauscht wurde. Der auf e6 entstehende weiße Bauer war jedoch eine leichte Beute für Schwarz. Ein paar Züge später kam noch eine Qualität hinzu, was schon nicht mehr zu vermeiden war! Wenig später gab Werner dann auch auf.

Brett 3: Mohrholz, Uwe (2131) - Basen (2014) 0 : 1
Thomas spielte heute in großem Stil a la Morphy. Er steckte zwei Bauern ins Geschäft und konnte so den weißen König in der Mitte halten. Weiß konnte sich zwar durch den Tausch zweier Leichtfiguren Paare etwas "Luft" verschaffen, seine Stellung blieb jedoch aufgrund der "Löcher" in der Bauernstruktur und dem König in der Mitte schlechter. Zu allem Überfluss stellte Weiß dann noch eine Figur ein, was die Partie beendete.

Brett 4: Kothen (2040) - Supplieth (1917) 1 : 0
Eigentlich hatte Schwarz in der Eröffnung keine großen Probleme, jedoch "vergaß" er zu rochieren, was sich bitter rächen sollte. Nach Figurentausch im Zentrum konnte Helmut mit Da4+ einen Bauern gewinnen. Ein Unglück kommt selten allein - Schwarz musste dieses Schach mit Kf8 parieren, so dass sein König im Zentrum blieb. Helmut konnte nun ohne Probleme über die d - Linie in die schwarze Stellung eindringen - aufgrund der "vergessenen" Rochade spielte der schwarze Th8 eben nicht mit!

Brett 5: Mohrholz, Stefan (1927) - Hamacher (2108) 1 : 0
Claus spielte eine etwas zweifelhafte Variante des angenommenen Damengambits und Weiß hatte immer leichten Vorteil und sicher auch das bequemere Spiel. Ein etwas zweifelhafter Figurentausch auf e4 brachte Weiß deutlich in Vorteil. Seine Bauern e5 und d5 bewegten sich auf ... den im Zentrum verbliebenen König! Im nachfolgenden Zeitnotgemetzel ging Claus schnell unter.

Brett 6: Kruijer (1888) - van Treeck (1922) 1 : 0
Nach einer misslungenen Eröffnung kam Weiß am Damenflügel ziemlich unter Druck. Nach einigem Hin und Her konnte Schwarz auch tatsächlich einen Bauern gewinnen. Diesen stellte er jedoch wenige Züge später wieder ein, so dass die Partie eigentlich Remis hätte ausgehen sollen. Aber ein Fehler bleibt selten allein - und erst recht nicht in dieser Partie! Nachdem Schwarz den Bauern eingestellt hatte, gab er Ralf durch einen unvorsichtigen Zug die Gelegenheit, eine Figur zu gewinnen (zwei-zügig). Ralf sah das aber nicht. Wenig später war es dann an Ralf dem Gegner einen Elfmeter zu zugestehen. Dieser schoss aber daneben, wonach Ralf endgültig in Vorteil kam und diesen auch schnell zum Sieg führen konnte.

Brett 7: Hartung (1903) - Plaumann (1940) ½
Roland spielte die Eröffnung schnell und gut und hatte keine Probleme, das Spiel auszugleichen. Eigentlich wollte er Remis anbieten, doch der Mannschaftskampf stand zu diesem Zeitpunkt nicht so gut und Thomas (zu diesem Zeitpunkt Mannschaftsführer, da seine Partie schon beendet war) ließ ihn weiter spielen. Die sich anschließende Partiephase hat Roland nicht mehr so gut gespielt. Er schaffte es, seinen Turm ins Abseits nach a3 zu manövrieren (von wo er nicht mehr weg kam) und sich eine nicht mehr zu deckende Schwäche auf e6 zu verschaffen. Durch genaueres Spiel hätte Weiß auch klaren Vorteil (wenn nicht sogar eine Gewinnstellung) erlangen können. Zum Glück für uns spielte er anders und Roland konnte die Partie zum Endstand von 4½:3½ remisieren.

Brett 8: Krauhausen (1889) - Zeidler (1803) ½
Günter spielte die Eröffnung ziemlich harmlos und Schwarz stand nicht schlechter. Seine Entscheidung, seinen schwarzfeldrigen Läufer gegen einen weißen Springer tauschen zu lassen, war jedoch nicht so gut, da Günter danach das Zentrum beherrschte und die ganze Partie über leicht besser stand. Er konnte diesen Vorteil jedoch nicht umsetzen und nach Tausch fast aller Figuren remisierte er die Partie zum Stand von 4 : 3 für uns.

Was hat uns dieser Spieltag gebracht? Neben zwei wichtigen Punkten gegen den Abstieg (alle hinter uns liegenden Mannschaften haben verloren, so dass wir nun 3 Punkte Vorsprung auf Platz 7 haben) die Erkenntnis, dass die Rochade im Schach sehr wichtig ist (Bretter 3,4 und 5)!

 
Roland Nepsen