Kamp-Lintfort I - Springer I 4½ : 3½
Springer St. Tönis

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Kamp-Lintfort I - Springer I 4½ : 3½
 
7.10.2001
 
Im heutigen Kampf gegen Kamp-Lintfort mussten wir gleich zwei Spieler ersetzen: Werner war in Urlaub (Schulferien!) und Helmut konnte aus beruflichen Gründen nicht spielen. Zum Einsatz kamen Giuseppe Salamone und Walter Lautenbach.

Wir trafen kurz vor 10.00 Uhr im Kamp-Lintforter Spiellokal ein, welches aber noch nicht geöffnet war. Peter, der direkt zum Spiellokal kam, wusste wohl, dass der Wirt erst um 10.00 Uhr öffnet, denn er rief um kurz vor 10 Uhr an, dass er nun zu Hause los fahren würde! Um 10.20 Uhr waren wir vollständig und konnten uns voll und ganz auf den Wettkampf konzentrieren.

SV Turm Kamp-Lintfort I   Springer St. Tönis I  
Hagen (2216)  -  Nepsen (2080) 0 : 1
Bosser (2127)  -  Basen (1998) 1 : 0
Nurkowski (2002)  -  Hamacher (2033) 0 : 1
Grube (2077)  -  Drißen (1991) 1 : 0
Corten (1934)  -  Kruijer, R. (1956) 1 : 0
Vennhoff (1959)  -  Plaumann (1928) 0 : 1
Schubert (1916)  -  Salamone (1826) ½ : ½
Weiß, Eugen (1905)  -  Lautenbach, W. (1776) 1 : 0
      4½ : 3½

Als erster hatte Walter seine Partie beendet. In ausgeglichener Stellung ließ er sich im 12. Zug drei zügig Matt setzen! Ralf bekam nach 1½ Stunden ein Remis Angebot und lehnte ab (das war gut). Mit seinem nächsten Zug stellte er eine Qualität ein (das war weniger gut). Der Kampf begann also denkbar schlecht.

In einer katalanischen Eröffnung hatte ich mit Weiß leichten Vorteil. Als mein Gegner seine Dame an den Rand (Da5) spielte, glaubte ich, die Zeit für einen Zentrumsdurchbruch (e2-e4) sei gekommen. Dieser Zug sah auf den ersten Blick wie ein Patzer aus. Auf den zweiten Blick sah der Zug äußerst interessant aus und erst die häusliche Analyse mit Fritz zeigte, dass der Zug genial war und Weiß gewinnbringenden Vorteil brachte. Da mein Gegner nicht die stärkste Erwiderung fand, war der Rest der Partie reine Formsache.

Thomas erzielte mit den schwarzen Steinen schnellen Ausgleich und beide Seiten lavierten bis zum 30. Zug ohne irgendwelche Fortschritte zu machen. Nach einigen Zugwiederholungen und einem Remisangebot von Thomas, welches Weiß ablehnte, unterlief Thomas mit Dc7 ein dicker Schnitzer, der es Weiß erlaubte, durch ein Figurenopfer auf e6 einen Turm und zwei Bauern für zwei Figuren zu gewinnen. Geschockt stellte Thomas gleich noch einen weiteren Bauern ein. Er quälte sich noch bis zum 60. Zug, ohne aber das Ergebnis der Partie in Frage stellen zu können.

Auch Claus spielte die katalanische Eröffnung und erreichte eine Traumstellung (der katalanischen Eröffnung!). Auf den ersten Blick scheint nicht viel los zu sein, eine genauere Analyse zeigt aber, dass Schwarz seinen Damenflügel nicht entwickeln kann. Auf der Suche nach dem geeigneten positionellen Plan übersah Claus, dass er vom 21. bis 23. Zug jeweils 2 Züge hatte, mit denen er sofort hätte gewinnen können. So quälte er seinen Gegner bis zum 39. Zug, ohne diesem irgendwelche Chancen zu geben.

Peter konnte die Eröffnung ausgeglichen gestalten, machte dann aber den Fehler, zu passiv zu spielen und sich mit seinen Figuren in eine unangenehme Fesselung zu begeben. Im 30. Zug hätte Weiß die Partie sofort entscheiden können, sah den Einschlag aber nicht und spielte positionell weiter - ohne Peter irgendeine Chance auf einen Schwindel zu geben.

Wie oben schon gesagt bekam Ralf nach gut 1½ Stunden ein Remis Angebot. Zu diesem Zeitpunkt war die Stellung ungefähr im Gleichgewicht, vielleicht hatte der Gegner eine leichte Initiative. Ralf stellte dann auf einfache Art die Qualität ein. Obgleich er sich noch bis 15.30 Uhr quälte, gab sich der Gegner keine Blöße mehr.

Roland Plaumann konnte mit Schwarz schnellen Ausgleich erzielen und überspielte seinen Gegner anschließend durch einen solide vorgetragenen Minoritätsangriff. Dass Weiß wenige Anstalten machte, sich gegen sein Schicksal zu wehren, kam Roland durchaus entgegen.

Giuseppe spielte eine sehr scharfe Eröffnung, in der das Brett schon im 8. Zug hätte brennen können. Leider fehlte ihm dann doch der Mut kompromisslos auf Angriff zu spielen und Schwarz konnte sich normal entwickeln. Im anschließenden Gefecht hielten sich die Chancen die Waage und man einigte sich im 34. Zug in beiderseitiger Zeitnot auf ein Unentschieden.

Die heutige Niederlage war absolut unnötig, wenn man bedenkt, dass Thomas und Ralf ihre Partien einzügig wegwarfen. Immerhin gehört Kamp-Lintfort zu den starken Mannschaften in der Gruppe, so dass wir für den weiteren Verlauf der Saison (noch) nicht bange sein müssen.

(Druckversion )

 
Roland Nepsen