Erkrath I - Springer I 4 : 4
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Erkrath I - Springer I 4 : 4
 
25.11.2001
 

Erkrath I Springer I 
Kober, Henning (2112)-Nepsen (2080)½ : ½
Kober, Thorsten (2099)-Fischdick (2016)½ : ½
Weclawski, Doris (2022)-Basen (1998)0 : 1
Schatzschneider (2077)-Hamacher (2033)½ : ½
Henk (1990)-Drißen (1991)0 : 1
Weclawski, Christoph (1987)-Kruijer (1956)1 : 0
Gockel (1919)-Plaumann (1928)1 : 0
Trella, Th. (1829)-Cablitz (1893)½ : ½
   4 : 4

Am heutigen 3. Spieltag ging es nach Erkrath zur zweit stärksten Mannschaft der Liga (vielleicht sind die Erkrather auch die stärkste Mannschaft, da sie relativ ausgeglichen besetzt sind). Wie gehabt mussten wir auf Helmut Kothen verzichten - für ihn kam Larry zum Einsatz. Er fuhr mit Werner und fand so auch das Spiellokal . Da der Kampf nicht pünktlich begann, konnte auch Peter mit 2 Stunden auf der Uhr beginnen, was sich positiv für uns auswirken sollte.

Nepsen (2080) - Kober, Henning (2112) ½ : ½
In einer slawischen Verteidigung traf mein Gegner frühzeitig eine strategisch fragwürdige Entscheidung - er tauschte seinen schwarzfeldrigen Läufer ohne Not gegen einen Springer auf e5. Dadurch wurden seine schwarzfeldrigen Felder extrem schwach und außerdem hinderte ihn ein auf a3 auftauchender weißer Läufer an der Rochade. Im weiteren Verlauf der Partie bekam ich einen Freibauern auf der c - Linie und stand sehr gut. Bei herannahender Zeitnot spielte ich danach aber ungenau und auch etwas unentschlossen. Tatsächlich konnte Schwarz meinen schönen Freibauern kurz nach der Zeitkontrolle erobern (im Tausch gegen seinen d - Bauern). Bei verbleibenden 3 Bauern auf jeder Seite sowie Turm, Läufer und Springer sah es schon fast nach Remis aus. Die schwache schwarze Grundreihe hätte es es mir jedoch ermöglicht, einen Bauern zu erobern. Der Gewinn wäre bei reduziertem Material jedoch fraglich gewesen. Statt dessen stellte mein Gegner eine Figur gegen einen Bauern ein. Die entstandene Stellung war natürlich gewonnen, verlangte aber äußerste Präzision, die mir heute nicht gegeben war. In der zweiten Zeitnotphase wickelte ich ungenau ab und Schwarz konnte meine restlichen beiden Bauern erobern.

Kober, Thorsten (2099) - Fischdick (2016) ½ : ½
Weiß spielte die Eröffung anspruchslos und Werner hatte keine Probleme auszugleichen. Nach ungenauem weißen Spiel konnte er sogar die Initiative übernehmen und stand leicht besser. Durch eine Ungenauigkeit im 30. Zug konnte Weiß seinen Springer von a3 nach d4 überführen. In einem Doppel-Turm Endspiel mit Läufer gegen Springer eliminierte Werner die Bauern des Damenflügels, so dass der Vorteil des Läufers nicht zum Tragen kam. Nach weiteren Figuren Abtauschen landete man schließlich in einem Remis Turmendspiel.

Basen (1998) - Weclawski, Doris (2022) 1 : 0
In einer Nimzo-Indischen Eröffnung hatte Weiß nur leichten Vorteil, bis Schwarz einen verheerenden Turmeinschlag auf f6 zuließ. Danach hätte die Partie in wenigen Zügen beendet sein können, Thomas spielte jedoch einen ungenauen Zug. Schwarz erkannte die Gunst der Stunde nicht und statt in einem leicht schlechteren Endspiel zu landen, ging sie im Königsangriff unter.

Schatzschneider (2077) - Hamacher (2033) ½ : ½
Claus spielte die Eröffnung nicht optimal und kam schnell in eine schlechtere Stellung. Weiß hätte mit seinem Läuferpaar und unsicherer schwarzer Königsstellung versuchen sollen, die Stellung zu öffnen. Auf diese Idee kam er jedoch nicht oder verfolgte einen anderen Plan. Er hielt die Stellung geschlossen, tauschte die Damen und sorgte im letzten Zug auch dafür, dass er die Stellung am Damenflügel nicht öffnen kann. Das Remis war die logische Folge des (planlosen?) weißen Spiels.

Drißen (1991) - Henk (1990) 1 : 0
Peter spielte gegen die Grünfeldindische Verteidigung eine solide aber harmlose Variante und Schwarz konnte leicht ausgleichen. Doch dann suchte und fand Schwarz die Züge, die seine Figuren am schlechtesten platzierten. Peter konnte starken Druck auf den schwarzen Damenflügel ausüben und schließlich einen Bauern erobern. Durch eine weiße Ungenauigkeit im Turm/Springer - Turm/Läufer Endspiel hätte Schwarz mittels e6-e5 den Bauern zurück gewinnen können. Er unterließ dies jedoch und sollte im weiteren Verlauf der Partie keine Chance mehr erhalten. Peter baute seinen Vorteil konsequent aus, eroberte die restlichen schwarzen Bauern und landete schließlich in einem Springer/Läufer Endspiel mit zwei weißen Bauern auf e4 und f4 - reine Formsache!

Weclawski, Christoph (1987) - Kruijer (1956) 1 : 0
Weiß spielte die englische Eröffnung nicht sonderlich aktiv und vernachlässigte das Zentrum. Ralf hätte im Zentrum oder am Königsflügel vorgehen können. Er weigerte sich jedoch standhaft irgendwelche aktiven Züge zu machen und schließlich nahm Weiß das Heft des Handelns in die Hand. Im Bestreben nun auch aktiver zu spielen, stellte Ralf einen Bauern nach dem anderen ein und musste kurz nach der Zeitkontrolle und kurz vor dem Matt aufgeben.

Plaumann (1928) - Gockel (1919) 0 : 1
Roland opferte in einer sizilianischen Eröffnung einen Bauern, ohne erkennbares Spiel dafür zu erhalten. Auch den Bauern sah er nie wieder. Schwarz tauschte konsequent Figuren ab und verbesserte die Stellung seiner übrigen Figuren. Anschließend drang er am Königsflügel in die gegnerische Stellung ein, ohne auf weißen Widerstand zu stoßen. Einen Zug vor dem Matt gab Roland auf.

Trella, Th. (1829) - Cablitz (1893) ½ : ½
Weiß spielte einen geschlossenen Sizilianer, mit dem Larry nichts anfangen konnte. Er geriet schnell in eine passive Stellung und konnte nur abwarten, ob Weiß etwas Konstruktives einfallen würde. Dies war jedoch nicht der Fall. Er tauschte möglichst jene Figuren ab, mit denen er in die schwarze Stellung hätte eindringen können und man zog anschließend lediglich hin und her. Nach der Zeitkontrolle passierte dann doch noch etwas. Larry öffnete vollkommen unmotiviert das Zentrum und Weiß bot in gewonnener Stellung Remis an. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass die Züge falsch aufgeschrieben wurden (ab Brett 6 nimmt man es bei uns mit dem Aufschreiben nicht ganz so genau), da ich die Endstellung jedoch gesehen habe, glaube ich die Züge recht genau rekonstruiert zu haben.

Auch wenn am Ende ein Sieg "drin" gewesen wäre (meine Partie war als letztes nach etwas über 6 Stunden beendet), sind wir mit dem 4 : 4 insgesamt gut bedient. Da wir bisher nur gegen Mannschaften gespielt haben, die am Saison Ende im oberen Tabellen Drittel zu erwarten sind, stehen wir mit 4 : 4 Punkten recht gut da - sofern wir die weiteren Kämpfe konzentriert spielen und das Glück haben, dass uns nicht die Ersatzleute ausgehen.

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Roland Nepsen