Hilden I - Springer I 1½ : 6½
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Hilden I - Springer I 1½ : 6½
 
24.02.2002
 

Hilden I Springer I 
Kappelt (2128)-Nepsen (2090)0 : 1
Cramer (2033)-Fischdick (1989)½ : ½
Flesch (2142)-Basen (1976)0 : 1
Glowatz (1992)-Hamacher (2054)½ : ½
Singer (1974)-Drißen (1991)½ : ½
Malucha (1995)-Kruijer (1956)0 : 1
Schwab (1956)-Plaumann (1928)0 : 1
Wieling (1939)-Kalkmann (1874)0 : 1
   1½ : 6½

Heute ging es gegen den (bisherigen) Spitzenreiter aus Hilden. Bei einem Sieg gegen Hilden wären wir mitten im Aufstiegskampf. Bei einer Niederlage müssten wir uns nach "unten" orientieren. Wie gehabt mussten wir Helmut Kothen ersetzen, für den Hans Kalkmann zum Einsatz kam. Das taktische Konzept für den heutigen Tag war eigentlich ganz einfach: Werner und Hans (stellvertretend für alle bisherigen Ersatzspieler) waren mit einem Sieg dran, außerdem sollte Ralf mal zeigen, dass er seine Erfolge in der Stadtmeisterschaft auch in der Mannschaft wiederholen kann. Der Rest "durfte" dann Remis machen :-)

Nepsen (2090) - Kappelt (2128) 1 : 0
Nach einem eher harmlosen Eröffnungsverlauf stellt mein Gegner im 13. Zug einen Bauern ein. Einen Zug vorher war er noch durch eine taktische Wendung gedeckt - jedoch nicht mehr nach dem 13. schwarzen Zug. Im weiteren Verlauf der Partie konnte ich die offenen c-Linie erobern und einige Leichtfiguren tauschen. Nach der Zeitkontrolle hatte ich die Wahl zwischen einem Läuferendspiel (mit zwei Mehrbauern, welches nicht mehr zu verlieren war und sehr wahrscheinlich zu gewinnen) und einem Damenendspiel, in welchem ich den gegnerischen Damenflügel abräumen und meinen b-Bauern verwandeln konnte. Beim Stand von 4 : 1 für uns wählte ich die "sichere" Variante und konnte das Läuferendspiel im 57. Zug für mich entscheiden.

Cramer (2033) - Fischdick (1989) ½ : ½
Werner wollte (sollte, s.o.) heute gewinnen und legte die Partie scharf an. Das war aber nicht so einfach und er geriet zunehmend unter Druck und verlor einen Bauern. Durch Massenabtausche erreichte er ein Doppelläufer Endspiel mit je 3 Damenflügel Bauern und einem weißen f-(Mehr)Bauern. Im Folgenden konnte Werner die Bauern am Damenflügel auf je einen reduzieren. Dies bot ihm die Möglichkeit, nach Abtausch der weißfeldrigen Läufer, seinen Läufer auf f6 zu opfern und seinen König auf die Pilgerreise nach a8 zu schicken. Schach ist doch ein gemeines Spiel: Läufer mehr, Bauer mehr und doch nur Remis! Vielleicht sollten wir wie in der Formel 1 in 1000stel Sekunden (Pardon: Bauerneinheiten) messen. Dann würde möglicherweise sogar eine 3-Punkte-Regel Sinn machen: ein Punkt für das Remis, zwei Punkte für den Sieg und noch ein Schönheitspunkt ...

Basen (1976) - Flesch (2142) 1 : 0
Schwarz spielte eine etwas obskure Variante der englischen Eröffnung. Mit vertauschten Farben hatte insbesondere Botwinnik schöne Erfolge mit dieser Variante - aber mit Weiß hat man auch einen Zug mehr! Nachdem Thomas seinen Vorteil immer weiter ausbauen konnte, unterlief ihm mit dem Damentausch im 30. Zug eine Ungenauigkeit und Schwarz hätte in ein Läuferendspiel abwickeln können, welches wohl gute Chancen auf ein Remis geboten hätte. Schwarz nutzte die Gunst der Stunde nicht und stellte (in Zeitnot?) einen Bauern ein, dem bald weitere folgten. Dies war der 5. Punkt im Mannschaftskampf und auch der 5. Punkt auf Thomas persönlichem Punktekonto!

Glowatz (1992) - Hamacher (2054) ½ : ½
Claus hatte in einem Damenbauerspiel eine passive aber feste Stellung. Zwar versuchte Weiß einen Figurenangriff auf den schwarzen König zu inszenieren, doch konnte Claus alle Drohungen abwehren und nach und nach einen eigenen Angriff auf dem Damenflügel starten. In ausgeglichener Stellung bot er bei nahender gegnerischer Zeitnot taktisch geschickt Remis an, was Weiß auch annehmen musste. Nun stand es 2½ : ½ für uns und die übrigen Partien standen sehr gut.

Drißen (1991) - Singer (1974) ½ : ½
Peter konnte mit Weiß etwas Druck gegen die gegnerische Stellung aufbauen, doch sah das Ganze besser aus als es war. Entsprechend verflüchtigte sich sein leichter Vorteil und nachdem man bis auf je einen Springer und einen Läufer alle Figuren abgetauscht hatte, einigte man sich schiedlich friedlich auf Remis.

Malucha (1995) - Kruijer (1956) 0 : 1
Weiß spielte eine harmlose Variante der französischen Abtauschvariante und nachdem ungefähr 15 Züge gespielt waren, warteten eigentlich alle Zuschauer auf die Friedenspfeife. Weiß schwächte jedoch seine Bauernstellung am Damenflügel und verfiel plötzlich in ein "ewiges" Nachdenken. Dadurch kam er in große Zeitnot und konnte Ralfs Angriff am Damenflügel nicht mehr korrekt parieren. Bei "waagerechter" Platte und verlorener Stellung ermöglichte er es durch einen taktischen Schnitzer dem schwarzen c-Bauern zur Dame zu gehen.

Plaumann (1928) - Schwab (1956) 1 : 0
Schwarz hatte schon in der Eröffnung den Verlust eines Bauern zu verzeichnen. Allerdings musste Weiß dazu seine Entwicklung vernachlässigen. Statt zu versuchen, dies auszunutzen, bot Schwarz einen Damentausch an. Kaum zu glauben, aber der Rest der Partie war schon eine Sache der Technik: Figuren entwickeln - Figuren tauschen - König im Endspiel zentralisieren und den Mehrbauern zur Geltung bringen.

Wieling (1939) - Kalkmann (1874) 0 : 1
Weiß spielte die Vorstoß Variante der französischen Verteidigung, "vergaß" aber die Entwicklung seiner Figuren, so dass Schwarz im 10. Zug 4 Figuren entwickelt hatte und die Weißen Figuren noch alle auf der Grundreihe standen! Leider spielte Hans im Folgenden nicht aggressiv genug und sein Vorteil verflüchtigte sich. Weiß beging jedoch auch einige Ungenauigkeiten und Hans drehte auf! Er überspielte seinen Gegner und konnte dessen Damenflügel abräumen. Statt dessen stellte Weiß eine Figur ein und Hans konnte den ersten St. Töniser Punkt des heutigen Tages verbuchen.

Ein nie gefährdeter Kantersieg gegen den (bisherigen) Spitzenreiter! Wenn wir noch drei solche Leistungen folgen lassen können, haben wir ein gewichtiges Wörtchen um den Aufstieg mit zu reden!

Gerade bekomme ich die anderen Ergebnisse. Wir belegen nun den vierten Platz, 2 Mannschaftspunkte hinter der Spitze aber mit den meisten Brettpunkten!

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Roland Nepsen