Aljechin Solingen IV - Springer I 4½ : 3½
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Aljechin Solingen IV - Springer I 4½ : 3½
 
27.01.2003
 

Aljechin Solingen IV Springer I 
Goerke (2070)-Nepsen (2076)1 : 0
Münter (1969)-Fischdick (1976)½ : ½
Borkott (2023)-Basen (2017)0 : 1
Bergfeldt (1949)-Hamacher (2052)1 : 0
Schikowsky (1903)-Drißen (1995)0 : 1
Pfeiffer (1917)-Plaumann (1969)½ : ½
Erkay (1897)-Kruijer (1965)½ : ½
Grah (1890)-Kalkmann (1892)1 : 0
   4½ : 3½

Das Jahr 2003 begann für die 1. Mannschaft mit einem Auswärtskampf bei Aljechin Solingen. Wie immer wenn man im Winter ins bergische Land muss war die bange Frage: wird es glatt sein? Gott sei dank war der Frost der vergangenen Wochen vorüber und es herrschten fast frühlingshafte Temperaturen.

Außer Helmut Kothen waren heute alle Mann an Bord. Als Ersatzmann kam Hans Kalkmann zum Zuge. So gerüstet hofften wir eigentlich auf drei Punkte gegen die Solinger, die nominell leicht schwächer sind als wir - aber eben nur nominell!

Nepsen (2076) - Goerke (2070) 0 : 1
Nachdem ich meinen Gegner in der Eröffnung überspielen konnte und einen Bauern gewinnen konnte, hatte ich die Partie eigentlich schon abgehakt. Als mein Gegner im Laufe der Partie einen Springer "opferte" dachte ich: na ja, jetzt kommt die Verzweiflung. Und als er mir einen Zug später einen Turm weg nahm war die Verzweiflung wirklich da - allerdings bei mir. Zum dritten Mal habe ich in dieser Saison eine gewonnene Partie einzügig eingestellt.

Münter (1969) - Fischdick (1976) ½ : ½
Werner spielte eine etwas dubiose Variante der französischen Verteidigung. Sein Gegner hätte auch schnell deutlich besser stehen können, hatte aber nicht die richtie Idee. Werner konnte sich nach und nach befreien und bekam letztlich auch die bessere Stellung. Weiß kam in horrende Zeitnot und Werner hätte dies kurz vor "Toresschluss" ausnutzen können. Allerdings war die Stellung nicht ganz so einfach einzuschätzen und wer opfert mit nur noch 4 Minuten Restbedenkzeit gerne eine Qualität? Im sich anschließenden Turm-Springer gegen Turm-Läufer Endspiel machte Werner keine weiteren Gewinnversuche.

Basen (2017) - Borkott (2023) 1 : 0
Thomas konnte in der Eröffnung durch einen feinen aber im Prinzip simplen "Trick" eine Qualität gegen einen Bauern gewinnen. Die entstandene Stellung war jedoch nicht einfach gewonnen und Thomas machte den Fehler, dem Gegner das Läuferpaar in Verbindung mit einem starken Bauernzentrum zu überlassen. Hätte Schwarz das richtig ausgenutzt, wäre Thomas wohl in ernstlicher Verlustgefahr gewesen. Schwarz schätzte die Lage jedoch nicht richtig ein und nachdem Thomas unter Rückgabe der Qualität das schwarze Zentrum zerstört hatte, verblieb er mit einem Mehrbauern der in wenigen Zügen zum Sieg führte.

Bergfeldt (1949) - Hamacher (2052) 1 : 0
Claus manövrierte sich in einer im Prinzip ausgeglichenen Stellung in eine schwierige Situation und machte dann noch den Fehler seine Königsstellung mit dem Vorstoß g7-g5 zu lockern. Weiß konnte dies hervorragend ausnutzen und die Qualität gewinnen, da Claus auch noch in ziemliche Zeitnot kam. Nach Abtausch aller anderen Figuren konnte sich die Qualität am Ende durchsetzen.

Drißen (1995) - Schikowsky (1903) 1 : 0
Peter konnte in einer geschlossenen Stellung durch eine Unachtsamkeit seines Gegners eine Qualität gewinnen, die er in Zeitnot durch eine eigene Unachtsamkeit prompt wieder einstellte. Stand er danach nur schlecht hätte er nach seinem 40. Zug glatt auf Verlust stehen sollen - doch sein Gegner (möglicherweise selbst in Zeitnot) sah den "Bock" nicht. Im 47. Zug war dann der nächste Bock fällig, diesmal wieder von Schwarz. Und der kostete neben einem Springer gleich die Partie, den Peter "revanchierte" sich nicht mehr.

Pfeiffer (1917) - Plaumann (1969) ½ : ½
An Brett 6 kam es in einer slawischen Verteidigung zu "haarsträubenden" Verwicklungen und das Brett stand geradezu in "Flammen". Schon sah es so aus, als ob Roland mit dem besseren Ende aus diesen Verwicklungen herauskommen sollte, doch dann stellte er im 21. Zug eine Figur ein. Vielleicht hat er sich aber auch einfach verrechnet, den im Gegenzug nahm er einen einstehenden weißen Turm, was jedoch zu einer glatten Verluststellung für Schwarz führen sollte. Allerdings spielte Weiß nicht die stärksten Züge und Roland konnte unter Figurenverlust den gesamten Damenflügel auflösen. Leider kann ich nach flüchtiger Analyse nicht sagen, ob sich Weiß im entstehenden Turm-Läufer gegen Turm Endspiel mit 3 gegen 4 verschachtelten Bauern am Königsflügel ungeschickt anstellte, oder ob die Partie wirklich Remis war. Ich habe jedenfalls keinen Gewinn gefunden.

Kruijer (1965) - Erkay (1897) ½ : ½
Ein "Springerausflug" nach c7 wäre Ralf beinah schlecht bekommen. Es stellte sich nämlich heraus, dass der Springer hier gefangen war. Allerdings fand Schwarz nicht die richtigen Züge um den Springer auch festzunehmen. Ralf konnte den gesamten Damenflügel auflösen und man einigte sich folgerichtig auf Remis.

Grah (1890) - Kalkmann (1892) 1 : 0
In etwa ausgeglichener Stellung hatte Hans einen kapitalen "Blackout" (so ungefähr wie ich). Allerdings sah das auf seinem Brett wesentlich spektakulärer aus. Er erlaubte einen Dameneinschlag auf h7 und sein König wurde über das halbe Brett gejagt bevor Hans in hoffnungsloser Stellung aufgab.

Ohne große Fehler blieb heute nur Claus Hamacher - der stand von Anfang an schlecht und wurde überspielt. An allen anderen Brettern wäre auch (fast) jedes andere Ergebnis möglich gewesen. Am Ende stehen wir nun mit leeren Händen da und sind auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Die nächsten beiden Kämpfe müssen wir konzentrierter zu Werke gehen sonst sieht es "zappenduster" aus.

(Druckversion )

 
Roland Nepsen