Springer I - Tornado Wuppertal 4 : 4
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Springer I - Tornado Wuppertal 4 : 4
 
10.02.2003
 

Springer I Tornado Wuppertal 
Nepsen (2076)-Wunsch (2118)0 : 1
Fischdick (1969)-Weick (2014)1 : 0
Basen (2017)-Patscha (2061)0 : 1
Hamacher (2052)-Babic (1992)1 : 0
Drißen (1995)-Bolik (2032)1 : 0
Plaumann (1969)-Mädje (1872)0 : 1
Kruijer (1965)-Janz (1866)½ : ½
Kothen (1991)-Schröder,R. (1869)½ : ½
   4 : 4

Heute ging es in "Bestbesetzung" gegen den Mitabstiegskandidaten Tornado Wuppertal. Nach der Pleite gegen Aljechin Solingen wollten wir heute und im nächsten Kampf gegen Wesel den Klassenerhalt sichern. Und wir waren motiviert wie selten zuvor. Sage und schreibe 7 Springer der ersten Mannschaft waren vor 10.00 Uhr anwesend und selbst Peter war um 5 nach 10 da! Das gab es schon lange nicht mehr. Sasha hatte mit Hilfe seiner Freundin schon alle Bretter aufgebaut - vielen Dank. Nun mussten also "nur" noch gute Schachzüge gemacht werden.

Wunsch (2118) - Nepsen (2076) 1 : 0
Die Eröffnung gingen wir sehr langsam an. Nach jeweils verbrauchten 1½ Stunden hatten wir erst 20 Züge auf dem Formular notiert und die Figuren hatten noch keinen "Feindkontakt" gehabt. Ein Stellungskrieg? Oder doch eher Mikado? Mit einem "beherzten" Bauernvorstoss im Zentrum übernahm ich die Initiative und erlangte auch eine gute Stellung. Dann rächte sich jedoch mein unsinniger Zeitverbrauch in den ersten 20 Zügen. In besserer Stellung verschaffte ich dem gegnerischen Springer ein Einfallstor zu meinen Damenflügelbauern. Und eine Remisabwicklung habe ich auch noch übersehen. Aber das ist selbst Kasparov in seinem kürzlichen Wettkampf passiert. Einziger Unterschied: ich habe gegen einen richtigen Gegner gespielt, der nur gegen eine Blechkiste mit Sandgetriebe (= Silikonherz). Hmh, einen Unterschied habe ich ganz verdrängt: der hat für seine schlappe Vorstellung 700.000 Bucks kassiert!

Fischdick (1969) - Weick (2014) 1 : 0
Werner schien aus der Eröffnung heraus eine sehr vielversprechende Druckstellung gegen den geschwächten schwarzen Königsflügel zu erhalten. Bei genauerem Spiel hätte Schwarz jedoch mehr als nur Ausgleich erhalten. Jedoch: ein leichter Fehler und aus die Maus! Werner drang über die geöffnete d - Linie in die gegnerische Stellung ein und seinen auf der 6. Reihe wütenden Türmen konnten die unterentwickelten schwarzen Figuren nichts entgegen setzen. Sauber gespielt!

Patscha (2061) - Basen (2017) 1 : 0
Thomas konnte nach ruhigem Eröffnungsverlauf die Initiave übernehmen. Als er mit seinen Türmen in die gegnerische Stellung eindrang stand er sogar klar besser - zu diesem Zeitpunkt der einzige St. Töniser, der deutlich besser stand. Ralf meinte schon scherzhaft: "Du bist wahrscheinlich der einzige der verliert". Nun der einzige ist Thomas nicht geblieben. Er suchte die Entscheidung in einem direkten Königsangriff und gab dabei einen Bauern auf. Der Angriff schlug jedoch nicht durch und es entstand ein Turmendspiel mit einem Minusbauern. Ob er die Stellung noch halten konnte? Ich weiß es nicht, aber das wäre ein Thema für unser nächstes Vereinstraining.

Hamacher (2052) - Babic (1992) 1 : 0
Beim letzten Mannschaftskampf schrieb ich zum Claus: "Er war der einzige der nicht gepatzt hat - er stand von Anfang an schlecht". Nun, auch heute hat er nicht gepatzt. Er stand zu keiner Zeit schlechter, gewann durch einen Fehler des Gegners einen Bauern. Danach hat er sich das Leben zwar selbst etwas schwer gemacht, aber einen nie gefährdeten Sieg nach Hause gebracht.

Bolik (2032) - Drißen (1995) 0 : 1
Peter spielte die Eröffnung sehr besch...eiden und stand ruck zuck sehr passiv. Sein Gegner spielte aber wenig energisch und stellte seine eigenen Figuren sehr schlecht auf, so dass Peter sich befreien konnte. Peter meinte dazu: "Nachdem er mich aus der Umklammerung hat rauskommen lassen, war er so frustriert, dass er einen Zug schlechter als den anderen gespielt hat". Beim Nachspielen der Partie hatte ich den selben Eindruck. Allerdings hat auch Peter nicht zu genau gespielt - oder nicht begriffen, dass er besser stand. Jedenfalls hat er sich einen direkten Königsangriff entgehen lassen. Im letztlich entstandenen Turmendspiel hatte Peter zwar einen Bauern mehr, da die aber alle auf einem Flügel waren, war die Partie wohl Remis. Aber Peter musste gewinnen! Es stand 2 : 4 gegen uns und nur er und Claus spielten noch. Um weiter zu kommen, löste er die Bauern auf und es entstand ein Turmendspiel mit jeweils einem Bauern und besserer Königsstellung für Peter. Jeder, der am Vereinstraining von Springer teilgenommen hat, konnte jedoch sehen, dass die Stellung theoretisch remis war! Der Wuppertaler Spieler wusste dies jedoch nicht, tauschte die Türme und befand sich in einem verlorenen Bauernendspiel, was er sich jedoch nicht mehr zeigen ließ.

Plaumann (1969) - Mädje (1872) 0 : 1
Roland stand aus der Eröffnung heraus besser und konnte durch Druckspiel auf der e-Linie einen nicht zu übersehenden Vorteil erspielen. Auch der geschwächte Königsflügel seiner Gegnerin trug dazu bei. Als Schwarz jedoch in Zeitnot kam, verlor Roland völlig den Faden. Erst machte er einen ungenauen Zug und vergab einen Großteil seines Vorteils, dann machte er einen schlechten Zug und direkt danach schoß er einen Riesenbock und wurde matt gesetzt! Fluchtartig verließ er das Spiellokal.

Janz (1866) - Kruijer (1965) ½ : ½
Ralf spielte die Eröffnung nicht gut und stand schnell schlecht und hatte zeitweise auch einen Bauern weniger. Um den Vorteil zu behaupten, hätte Weiß sehr sorgfältig spielen müssen. Ralf konnte den Bauern sehr schnell zurückgewinnen und im entstehenden Turm-Läufer Endspiel bei ungleichfarbigen Läufern waren die Gewinnchancen nicht sehr hoch. Auf Anweisung des Mannschaftsführers spielte Ralf noch ein Dutzend Züge weiter, was am Ergebnis aber auch nichts mehr änderte.

Kothen (1991) - Schröder,R. (1869) ½ : ½
Nach verhaltenem Eröffnungsverlauf entstand eine im Zentrum "verrammelte" Stellung, in der Weiß am Damenflügel die Bauern laufen ließ. Schwarz versuchte das Gleiche am Königsflügel, schwächte jedoch damit nur seine Stellung. Das wäre jedoch nicht so schlimm gewesen, da bis auf die Damen eh alle Figuren getauscht wurden. Dass er jedoch die weißen Bauern auf Damenflügel einfach laufen ließ, das hätte sich verheerend auswirken können - ja hätte Helmut den Bauerndurchbruch nur gesehen! So tauschte er die Damen und das Bauernendspiel war tot remis.

Und wieder sind wir zu kurz gesprungen. Ein Sieg hätte es heute eigentlich sein sollen und vom Verlauf der Partien her auch sein müssen. Und durch diese besch ... (biep biep) 3-Punkte Regelung wird man für ein hart erkämpftes Remis auch noch bestraft! Im nächsten Kampf geht es nun gegen den Tabellenletzten aus Wesel - vielleicht die letzte Chance gegen den Abstieg.

(Druckversion )

 
Roland Nepsen