|
Im heutigen Kampf gegen SG/Aljechin Solingen IV ging es um den Klassenverbleib (die Solinger hatten ihren ersten Kampf auch verloren). Der Sieger dieses Matches hat die Klasse so gut wie gesichert, da im Falle der Punktgleichheit der direkte Vergleich zählt. Eigentlich hätte der Sieger des heutigen Kampfes Springer St. Tönis heißen sollen, die große Chance wurde aber vergeben.
Als ich um 11.45 Uhr als zweiter Kiebitz (Dieter Müllers von Turm Krefeld war schon da) eintraf, stellt sich die Situation wie folgt dar:
Werner an Brett 1 hatte eine gute Stellung mit Schwarz, und es schien, daß ihm nichts passieren könnte. Thomas an Brett 2 stand riesig, und der Gewinn schien nur eine Frage der Zeit. Roland Plaumann an Brett 3 hatte bequemen Ausgleich, das Remis war schon absehbar. Jürgen Cablitz an Brett 4 stand in etwa ausgeglichen. Ralf an Brett 5 hatte eine problematische, wenngleich haltbare Stellung. Günther an Brett 6 stand gut. Bernd Podschun hatte eine äußerst schwierige Stellung und Hans Kalkmann hatte ein Spiel auf ein Tor, wobei jedoch nicht klar war, ob es zum Gewinn reichen würde.
Im weiteren Verlauf des Kampfes konnte Larry eine Ungenauigkeit seines Gegners dazu benutzen, eine sehr vorteilhafte Position zu erreichen. Auch Bernd Podschun hätte durch aktiveres Spiel ausgleichen können. Statt dessen spielte er äußerst passiv und verlor einen Bauern. Sein Gegner war jedoch nicht auf der Höhe des Geschehens und es gelang Bernd sogar, nicht nur den Bauern zurückzugewinnen, sondern auch noch einen weiteren Bauern einzuheimsen. Der Kampf sah nach einem klaren Sieg für Springer aus, da Hans Kalkmann seine Partie gewinnen konnte. Doch nun ging's los ...
Bernd stellte einzügig eine Figur ein. Kurzzeitig kam die Hoffnung auf, er könne vielleicht doch noch Remis halten, da sein Gegner nur noch zwei Bauern hatte, darunter den falschen Randbauern. Bernd spielte etwas zu optimistisch weiter und ließ sich matt setzen. Jürgen verkomplizierte seine Stellung, anstatt seinen Positionsvorteil auszubauen. Sein Gegner war der Stellung jedoch nicht gewachsen und Jürgen konnte Dame und Läufer gegen zwei Türme gewinnen. Dies schien jedoch zu viel (Nerven)Kraft gekostet zu haben. Larry ließ sich im darauffolgenden Zug auf der Grundreihe matt setzen! Da Günther Krauhausen seine Partie gewann, stand es jetzt 2 : 2 (statt 3½ : ½ oder gar 4 : 0).
Werner konnte seine Partie doch nicht ausgeglichen gestalten, und verlor um die Zeitnotphase eine Figur. Das resultierende Endspiel konnte er nicht mehr halten. Auch Thomas verlor den Faden, denn nach der ersten Zeitnotphase stand er glatt auf Verlust. Roland's ereignislose Partie endete mit einem Remis. Auch Ralf fand sich inzwischen in einer verlorenen Stellung wieder. Wer sollte also die fehlenden 1½ Punkte holen?
Ralf verteidigte sich zäh und konnte unter Figurenopfer alle gegnerischen Bauern vernichten, so daß der Gegner mit Turm+Springer gegen Turm+Bauer Remis anbot. Thomas's zweite Zeitnotphase hatte es in sich. Beide Klappen waren fast waagerecht, und Thomas konnte seinen einzigen Trumpf ausspielen: der weit vorgerückte c - Bauer wurde zur Dame umgewandelt, was den Schwarzen einen Turm kostete. Hätte Thomas noch ein kleines Zwischenschach gegeben, so hätte er eine glatte Figur mehr gehabt. So blieb am Ende Läufer+Bauer gegen Springer+Bauer übrig - Remis.
Sollte Uedem gegen Wesel verloren haben, so gibt es im nächsten Kampf noch eine Chance. Wird diese nicht genutzt (so es sie den gibt), bleibt nur die verzweifelte Hoffnung auf die laufenden Proteste.
|