Springer I - Brett v. Kopp 3 : 5
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Springer I - Brett v. Kopp 3 : 5
 
6.12.98
 
Am heutigen Nikolaustag trafen wir auf die Mannschaft von "Brett vorm Kopp" aus Duisburg. Nach der Niederlage mit 7 Mann gegen Turm Krefeld in der letzten Runde hatten wir uns einen Sieg fest vorgenommen. Schaun wir also, was der Nikolaus ausgeteilt hat.

Brett 1: Oeckinghaus - Nepsen ½

Mein Gegner fand in der Eröffnung kein rechtes Konzept und ich konnte schon im 15. Zug einen Bauern erobern. Dies ist eigentlich ungewöhnlich, da wir eine eher positionelle Eröffnung spielten (eine Art Maroczy). Zwei Züge später opferte er noch einen zweiten Bauern, um durch etwas Figurenspiel Gegenspielt zu erlangen. Eine Unachtsamkeit meinerseits erlaubte dieses dann auch. Trotzdem hätte ich die Partie locker nach Hause fahren müssen, ein grober Patzer im 36. Zug bescherte meinem Gegner dann ein Nikolausgeschenk in Form einer ganzen Figur. In Zeitnot (Weiß hatte die letzten 20 Züge in 10 Minuten gemacht) wickelte er zum Remis ab.

Brett 2: Fischdick - Güllenstern ½

Als weiteres Nikolausgeschenk kann Werners Eröffnungsbehandlung bezeichnet werden. Schwarz hatte gar keine Probleme, aus der Eröffnung mit einer besseren Stellung herauszukommen. Die Umsetzung war allerdings nicht ganz einfach. An einer Stelle hätte Schwarz einen Bauern gewinnen können, versäumte dies jedoch. So trennte man sich schiedlich friedlich remis.

Brett 3: Rath - Basen 0 : 1

Thomas Eröffnungsbehandlung konnte nicht ganz überzeugen, und ich glaube, dass Weiß diesen Teilabschnitt deutlich besser absolvierte. Als nächstes haben die Götter das Mittelspiel vorgesehen. Hier fand Weiß kein rechtes Konzept, während Thomas zielstrebig dem weißen König zuleibe rückte. Diesen konnte er dann auch mit einem sehenswerten Opfer zur Strecke bringen.

Brett 4: Kothen - Junicke 1 : 0

In dieser Partie konnte ich auch kein rechtes Nikolausgeschenk erkennen. Schwarz spielte einfach nur schlecht. Es dauerte eine Weile, bis Helmut das richtige Konzept fand, dann brauchte er jedoch nicht mehr allzulange, bis er den gegnerischen König erlegte.

Brett 5: Dormann - Kruijer 1 : 0

Ralf konkurrierte heute mit Roland Plaumann um den Preis des Obernikolaus (konnte mich noch für keinen Sieger entscheiden). Nach farblosem Eröffnungsverlauf mit schnellem Damentausch stellte Weiß einen Bauern ein. Schwarz revanchierte sich wenige Züge später, aber - Weiß nahm das Angebot nicht an. Na ja, vielleicht war Weiß schon in Zeitnot und machte seinen Zug a tempo, nicht ahnend, dass man in einer so einfachen Stellung einzügig einen Bauern einstellen kann! Im weiteren Verlauf der Partie konnte man das Gefühl nicht loswerden, dass Ralf keinen rechten Plan hatte. Trotzdem erreichte er einen Gewinnstellung. Anstatt nun aber die verwaisten weißen Bauern einzusammeln, erlaubte er seinem Gegner einen klassischen Bauerndurchbruch. Ein klares Nikolausgeschenk.

Brett 6: Plaumann - Kerscher 0 : 1

Hier kommt nun der zweite Kandidat für den Preis des Obernikolaus. Ohne dass er viel dafür tun musste, kam Roland aus der Eröffnung deutlich besser heraus. Die Figurenentwicklung von Schwarz kann man nur als - na ja sagen wir mal gewöhnungsbedürftig bezeichnen. Durch konsequenten Angriff erlangte Roland eine klare Gewinnstellung. Wie üblich war er jedoch wieder mal in horrender Zeitnot und - stellte die Dame ein.

Brett 7: Werscholleck - Cablitz 1 : 0

Larry kam aus der Eröffnung (geschlossener Sizilianer) eigentlich ganz gut heraus. Insbesondere sein Gegner schien absolut keinen Plan in dieser Stellung zu haben. Dann öffnete Larry jedoch die Stellung, und die Figuren des Gegners, die vorher noch schlecht standen, standen auf einmal optimal. Eigentlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Schwarz einen Bauern spucken musste. Die Umsetzung zu einem vollen Punkt gelang Weiß sehr gut, wobei eine Zugzwangstellung den Tag entschied.

Brett 8: Krauhausen - Tendick 0 : 1

Günter spielte Königsindisch im Anzug, wobei er früh kurz rochierte. Schwarz blieb mit seinem König zunächst in der Mitte stehen und griff sofort am Königsflügel an. Nun hätte Günter mit energischem Spiel die Stellung öffnen sollen. Dies versäumte er leider und fand sich einem starken Angriff ausgesetzt. Selbst ein Qualitätseinsteller von Schwarz konnte die Partie nicht mehr retten.

Fazit: zwei Punkte wurden ganz klar verschenkt - so geraten wir am Ende noch in Abstiegsgefahr. Ich bin nur froh, dass wir Ostern nicht spielen - sonst werden auch noch Ostereier verteilt.
 
Roland Nepsen