Velbert I - Springer I 5 : 3
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Velbert I - Springer I 5 : 3
 
11.04.99
 
Heute ging es gegen den Tabellendritten aus Velbert mit 3 Ersatzleuten. Für Werner Fischdick, Thomas Basen und Larry Cablitz spielten Hans Kalkmann, Artur Henzel und Guiseppe Salamone.

Brett 1: Nepsen - Hübner (nicht Robert!) ½
Mein Gegner spielte die Eröffnung sehr passiv und ich konnte recht schnell einen Bauern gewinnen. Dafür bekam Schwarz etwas Gegenspiel. Kurz vor der ersten Zeitkontrolle stellte ich dann eine Qualität ein. Allerdings bekam ich dafür genügend Kompensation: das Läuferpaar, einen Freibauern auf d5 und eine entblößte schwarze Königsstellung. Noch in der Zeitnotphase konnte ich einen zweiten Bauern gewinnen. Danach war das Spiel eigentlich nur noch für Weiß interessant. Schwarz wurde regelrecht an die Wand gedrückt. Allerdings habe ich den taktischen Fehler begangen, auf der Suche nach dem K.O. zu viel Zeit zu verbrauchen. Als das Blättchen sich zur zweiten Zeitkontrolle hob, und ich erst 50 Züge hatte, bekam ich etwas Panik und habe, in immer noch gewonnener Stellung, die Züge zum Remis wiederholt. Hmh! An dem Zeitproblem muss ich dringend arbeiten. Habe ich doch erst kürzlich gegen Helmut in der Stadtmeisterschaft eine gewonnene Partie zum Remis versiebt. Da meine Partie die letzte war, hatte sie allerdings keinen Einfluss auf den Ausgang des Kampfes.

Brett 2: Golubovic - Kothen 0 : 1
Helmut konnte sich aus einer etwas passiven Stellung in der Eröffnung langsam herauskämpfen, und dem Gegner tatsächlich einen Bauern abluchsen. Danach unternahm Weiß im Turmendspiel keine sichtbaren Anstrengungen, den schwarzen Königsmarsch von g7 nach f3 (!) zu unterbinden. Da Schwarz einen Freibauern auf e3 hatte, war der Rest Formsache.

Brett 3: Kruijer - Dr. Born 0 : 1
Ralf spielte die Eröffnung etwas verhalten und es sah sehr nach einem ereignislosen Remis aus. Dann wurde Ralf jedoch vom Wahnsinn gepackt. Während sein Gegner am Königsflügel eine Linie öffnete und über diese schlließlich auch in das weiße Lager eindringen konnte, bewegte Ralf seine Figuren ziemlich planlos auf dem Quadrat d1-d2-c1-c2 (!). Nachdem der Schwarze eine Gelegenheit ausließ, matt zu setzen, war alles wieder im grünen Bereich - bis Ralf einen (!) Zug nach der Zeitkontrolle einen Bauern einstellte. Er hatte einfach ein Zugpaar nicht aufgeschrieben und war der Meinung, die 40 Züge noch nicht voll zu haben. Beim Nachspielen der Partie kam mir auch der Gedanke, den Ralf zu einem Kurs über die Notation von Schachpartien zu verdonnern (allerdings ist er da nicht der einzige). Das entstehende Turmendspiel konnte Schwarz ziemlich einfach gewinnen.

Brett 4: Guyens - Plaumann 1 : 0
Roland spielte seine Lieblingseröffnung - Slawisch, und es sah zunächst nach einem schnellen weißen Sieg aus. Allerdings war die Sache dann doch nicht so einfach wie es den Anschein hatte, und Roland konnte sogar einen Bauern gewinnen. In seiner obligatorischen Zeitnot übersah Roland einen Turmeinschlag, der die Partie sofort beendete.

Brett 5: Krauhausen - Gockel 1 : 0
Von Günters unorthodoxer Eröffnung (1. d3) ließ sich sein Gegner zunächst nicht sehr beeindrucken, und Schwarz schien besser aus der Eröffnung herauszukommen. Irgendwo muss er dann jedoch den Faden verloren haben, denn Günter kam (bei entgegengesetzten Rochaden) zu einem vernichtenden Königsangriff.

Brett 6: Hafke - Kalkmann 1 : 0
Hans Kalkmann stand aus der Eröffnung heraus sehr beengt. Der Gegner konnte seinen Raumvorteil nach einigem hin und her zur Öffnung des Spiels nutzen, was die Partie auch sofort entschied.

Brett 7: Henzel - Savic 0 : 1
Artur spielte wie gewohnt seine Lieblingseröffnung (1. d4 Sf6 2. g4). Der Gegner ließ sich davon aber nicht weiter beeindrucken und nahm den Bauern. Die Eröffnung beendete Schwarz dann auch mit Vorteil - bis auf einen Kleinigkeit: er musste noch rochieren. Also lang rochieren und Vorteil behalten, oder kurz rochieren und den Vorteil an Weiß abgeben? Nun, die dumme Frage lässt die Antwort ahnen: Schwarz rochierte kurz. Artur nutzte auch die sich ihm bietende Gelegenheit aus. Allerdings verlor er im weiteren Verlauf der Partie den Faden und vor allem - die Zeit. Als er im 37. Zug die Zeit überschritt, stand er allerdings auch schon deutlich auf Verlust.

Brett 8: Eigen - Salamone ½
Guiseppe spielte mit Schwarz die französische Verteidigung. Weiß schien davon auch nicht allzuviel Ahnung zu haben, denn Guiseppe stand aus der Eröffnung heraus besser. Mit etwas konsequenterem Spiel hätte er diesen Vorteil auf festigen können. Statt dessen raffte sich Weiß auf, um am Königsflügel gegen den schwarzen König vorzugehen. Zumindestens dachte ich das. Aber Pustekuchen! Dem Angriffszug g4 folgte der "Sicherungszug h3", der es jeder weißen Figur unmöglich machte, auf den Königsflügel zu kommen. Also schnell alle Figuren abtauschen und Remis machen. Guiseppe hatte in dieser Partie (trotz der DWZ Differenz von 350 Punkten) keine Probleme.

Heute wäre ohne Probleme ein Sieg drin gewesen, aber die Zeitnot machte uns in mehreren Partien einen dicken Strich durch die Rechnung. Vielleicht sollten wir bei unserem ersten Training auf dieses Thema eingehen!

Im nächsten Kampf kommt es zum (wahrscheinlich) entscheidenden Vergleich gegen den Tabellenvorletzten aus Erkrath. Da sollten 2 Punkte herausspringen, sonst könnte es zappenduster aussehen.

 
Roland Nepsen