SG Duisburg Nord - Springer I 4 : 4
Springer St. Tönis

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SG Duisburg Nord - Springer I 4 : 4
 
16.05.99
 
Im letzten Mannschaftskampf der Saison ging es darum, gegen den Abstieg zu punkten. Die Konstellation am Tabellenende vor der Runde sah wie folgt aus:

6. Kaarst6 Punkte
7.SC Erkrath6 Punkte
8.Springer St. Tönis5 Punkte
9.Brett vorm Kopp5 Punkte
10.Concordia Viersen2 Punkte

Concordia Viersen steigt somit auf jeden Fall ab. Da aus der 2. Bundesliga ein Westverein abgestiegen ist, müssen die beiden Drittletzten der NRW Liga um den Abstieg stechen. Dies sind die Vereine aus Enger Spenge und Derendorf. Sollte Derendorf diesen Kampf verlieren, würden sie in unseren Verband zurückkommen. Das hieße für die Regionalliga und auch für die Verbandsligen, dass ein weiterer Verein absteigt. In der Verbandsliga müssten die beiden Gruppenvorletzten stechen. Die Paarungen der letzten Runde lauteten wie folgt:

SG Duisburg Nord - Springer St. Tönis
SC Erkrath II - Concordia Viersen II
Velbert I - Turm Krefeld I
Hochneukirch I - Brett vorm Kopp
SF Gerresheim I - Kaarst I

Wir gingen davon aus, dass Gerresheim gegen Kaarst gewinnen würde, da Gerresheim für den Aufstieg unbedingt einen doppelten Punktgewinn benötigte. Falls wir gegen Duisburg einen Punkt holen sollten, so rechneten wir im ungünstigsten Fall mit einem Stichkampf in der Gruppe gegen Kaarst. Hinzukommen könnten jedoch Brett vorm Kopp (falls diese Unentschieden gegen Hochneukirch spielen) und Erkrath (falls diese gegen Viersen verlieren). Eine Stichkampfrunde mit 4 Mannschaften, von denen der Letzte gegen den Gruppenvorletzten der anderen Gruppe stechen müsste. Und das bei unserem Stichkampfglück! Erschwerend würde hinzukommen, dass Helmut Anfang Juni in Urlaub fährt, und auch Werner eine Woche später in Urlaub ist, und die beiden vielleicht nicht alle Kämpfe mitmachen könnten. Also vielleicht doch lieber gegen Duisburg Nord im letzten Kampf auf Sieg spielen? Hier mussten jedoch Werner (war auf Achse) und Larry (hat sich abgemeldet) ersetzt werden. Wer sollte Ersatz spielen, wer konnte auf Sieg spielen?

Der heutige Tag fing schon sehr schlecht an. Wir hatten uns viel zu spät getroffen. Gegen 9.35 konnten wir vom Wilhelmsplatz endlich abfahren. Uli Külkens fuhr vor. Das erwies sich als nicht so klug, denn er weigerte sich standhaft, auf der Autobahn schneller als 90 km/h zu fahren. Wer weiß, was Thomas und Helmut ihm dazu alles gesagt haben! Als wir endlich um 10.20 Uhr in Duisbug ankamen, nahmen uns die Duisburger die erste Entscheidung ab, sie wollten den Mannschaftskampf auskämpfen. Dass es am Ende doch ein 4 : 4 wurde, war für uns etwas glücklich. Andererseits haben wir schon so viele Punkte unglücklich abgegeben, dass uns Fortuna's Hilfe eigentlich zustand!

Brett 1: Nepsen - Ossig ½
Durch zwei aus meiner Sicht unsinnige Abtausche in der Eröffnung überließ Schwarz mir die totale Initiative, die ich zu einem Königsangriff nutzen wollte. Diesen habe ich leider nicht optimal vorgetragen. Alles was dabei heraussprang, war ein isolierter schwarzer Bauer. Diesen konnte ich dann im Endspiel tatsächlich erobern, so dass ich in einem Turmendspiel einen Bauern mehr hatte. Diese Turmendspiele sind aber gar nicht so einfach zu spielen! Zwischenzeitlich hatte ich mich schon mit einem Remis abgefunden, als mir dann doch noch eine Gewinnidee kam. Die Umsetzung sollte sich jedoch als äußerst schwierig erweisen. Es stand 3½ : 3½ und meine Partie war die letzte. Es entstand eine gewisse Unruhe, die ein Spieler mit wiederholten "Pssst" bekämpfte. Nebenan auf der Kegelbahn ging es auch schon kräftig zur Sache, so dass ich mit 5 Minuten auf der Uhr den entstehenden Wettlauf der Bauern incl. Turmopfer etc. nicht mehr berechnen konnte und entnervt Remis gab. Die nachträgliche Analyse ergab, dass die Partie gewonnen gewesen wäre.
Brett 2: Pöss - Basen 0 : 1
Thomas spielte heute nicht so gut und es sah alles nach einer Niederlage für ihn aus. Er hatte schon zwei Bauern weniger, als der Gegner einzügig eine Figur einstellte! Danach war zwar noch etwas Präzision angesagt, wirkliche Probleme traten aber nicht mehr auf.
Brett 3: Kothen - Thoene ½
Helmut konnte seinen Siegeszug heute nicht fortsetzen. Ganz im Gegenteil bekam er ernorme Probleme. Schwarz spielte die Eröffnung sehr gut und konsequent und konnte die Initiative übernehmen. Dafür benötigte er allerdings sehr viel Zeit, so dass Helmut noch ins Remis entwischen konnte.
Brett 4: Joost - Kruijer ½
Ralf konnte in der Eröffnung sehr schnell ausgleichen. Nach 23 Zügen hatten beide Seiten keine Gewinnidee mehr und man einigte sich auf eine Punkteteilung.
Brett 5: Plaumann - Henneken ½
Roland sah sich ab dem 6. Zug (!) einem sehr starken schwarzen Angriff gegenüber. Alles deutete auf ein Ende nach spätestens 20 Zügen hin. An einer Stelle schlug der Gegner jedoch falsch zurück, was Roland den Damentausch und Übergang in ein Turmendspiel erlaubte. Dies war wohl Remis. Roland spielte auch sehr zielstrebig. Als er jedoch nur noch die Philidor Stellung einnehmen musste, verfiel er in ein langes Nachdenken. Da kam der Verdacht auf, dass sein Spiel gar nicht so zielstrebig war. Der weitere Partieverlauf kostete einigen seiner Mannschaftskameraden das ein oder andere Haar! Später stellt sich heraus, dass er die Philidor Stellung gar nicht kannte. Puuuh!!
Brett 6: Richter - Krauhausen ½
Günter geriet in der Altindischen Verteidigung in eine arg bedrängte Position, nachdem Weiß einen Springer auf d6 postieren konnte. Er verteidigte sich jedoch äußerst zielstrebig und konnte nach und nach Boden gut machen und zuguter letzt den Springer tauschen, so dass Weiß Remis anbot.
Brett 7: W. Lautenbach ½
Walter erreichte schnell ein ausgeglichenes Spiel ohne Damen. Dann überließ er für mich unverständlich dem Gegner das Läuferpaar und geriet etwas in Bedrängnis. Den weiteren Verlauf der Partie konnte ich leider nicht mehr verfolgen.
Brett 8: Drechsler - Külkens 1 : 0
Uli Külkens sollte eigentlich unsere Geheimwaffe am 8. Brett sein. Leider war diese Waffe heute sehr stumpf. Nachdem er mit Schwarz sehr schnell ausgleichen konnte, ließ er sich einfach überspielen. Vielleicht waren dies noch die Nachwehen der Fahrt!

Und wie hatten die anderen Mannschaften gespielt? Nun Gerresheim hatte programmgemäß gewonnen und ist damit aufgestiegen. Erkrath und Viersen trennten sich 4 : 4. Und Brett vorm Kopp? Nun die Hochneukircher machten uns die Freude zu gewinnen! Damit sind wir auf jeden Fall gerettet. Da der Stichkampf in der NRW Liga mit 7 : 1 für Enger Spenge ausging, muss Brett vorm Kopp nun einen Stichkampf gegen den Abstieg spielen.

 
Roland Nepsen