Elberfeld II - Springer I 3,5 : 4,5
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Elberfeld II - Springer I 3,5 : 4,5
 
4.10.99
 
Der heutige Gegner hieß Wuppertal Elberfeld II. Deren Mannschaftsführer hatte sich in den Urlaub verabschiedet, ohne seine Aufgaben zu übertragen. Folglich mussten unsere Gegner erstmal die gesamte Truppe zusammen trommeln. Dabei kam man aber nur auf 7 Spieler, so dass Roland Plaumann kampflos gewann und mit der S - Bahn nach Hause fuhr. Die ersten zwei Stunden gab es auch keine Getränke, da der Wuppertaler Mannschaftsführer auch dafür nicht gesorgt hatte. Erst gegen 12.00 Uhr kam eine junge Dame, die einen Schlüssel für den Getränkeraum hatte. Nun aber zum schachlichen Teil des Kampfes:

Brett 1: Nepsen - Arold 1 : 0
Ich spielte mit Weiß eine sehr ruhige Eröffnung mit schnellem Damentausch, die mir einen leichten, aber dauerhaften Vorteil versprach. Um den 20. Zug herum hätte ich ein Remis forcieren können. Also mal schaun wie der Mannschaftskampf steht. Der sah gar nicht rosig aus: Werner, Günter und Helmut standen auf Verlust, Ralf und Hans schwierig und nur Thomas stand deutlich besser. Also weiter spielen! Durch zwei ungenaue Züge meines Gegners konnte ich mit dem König auf dem Damenflügel eindringen und dort die Bauernstruktur zerstören. Die entstandenen Bauernschwächen waren ein dankbares Ziel. In dem Bestreben Gegenspiel zu erhalten, öffnete mein Gegner eine Linie am Königsflügel, die aber letztlich nur mir zu Gute kam.

Brett 2: Braslavsky - Fischdick 1 : 0
Werner stand aus der Eröffnung heraus leicht schlechter, da er seinen wichtigen skandinavischen Läufer gegen einen Springer tauschte. Aber man kennt Werner ja als phantasievollen Kämpfer, so dass wir nicht allzu besorgt waren. Dann stellte er jedoch eine Figur ein.

Brett 3:Basen - Müller 1 : 0
Thomas durfte heute gegen das Budapester Gambit spielen. Er lie0 sich jedoch auf nichts ein, d.h. er verteidigte den Bauern nicht, sondern entwickelte sich normal, was ihm die bessere Stellung brachte. Um Bauernverlust zu vermeiden, musste Schwarz später den schwarzfeldrigen Läufer gegen einen Springer tauschen. Der schwarzfeldrige Läufer von Weiß hatte nun keinen Gegenüber mehr und konnte das Brett dominieren. Erst in der Zeitnot spielte Thomas etwas ungenau, was der Gegner jedoch nicht ausnutzte. Vielmehr ließ dieser eine zwei - zügige Kombo mit Figurengewinn vom Stapel, was lediglich den Nachteil hatte, dass Thomas matt setzen konnte.

Brett 4: Podder - Kothen 1 : 0
Helmut spielte mit Schwarz die Aljechin Verteidigung. Nach etwas zauderhaftem Spiel von Weiß, startete Helmut einen Königsangriff mit Figuren. Dabei stellte er diese jedoch so auf, dass er praktisch gezwungen war, eine zu Opfern. Weiß gab diese jedoch sofort zurück, so dass Helmut mit einem Bauern weniger verblieb. Nach dem Damentausch entstand ein Turmendspiel mit folgenden besonderen Merkmalen: der schwarze König ist auf der h - Linie abgeschnitten, der Weiße König auf f1 gebunden, da auf f2 ein schwarzer Bauern steht, der vom schwarzen Turm auf der f - Linie gedeckt wird. Zusätzlich hat Weiß einen Freibauern auf h3. Hätte Weiß nun den f - Bauern mit dem Turm erobert, wären sowohl Bauern- als auch Turmendspiel einfach gewonnen gewesen. Stattdessen erlaubte er es dem Schwarzen, den h - Bauern mit dem König zu erobern, um mit dem Turm auf die 7. Reihe einzudringen. Dort hätte er sich ruhig bedienen können, den dann wäre Helmut mit seinem König dem f - Bauern zu Hilfe gekommen. Im Endeffekt wäre wohl ein Remis dabei herausgekommen. Stattdessen gab Helmut jedoch den f - Bauern auf, um seinen b - Bauern zu verteidigen. Der König blieb am Rande und Weiß hatte keine Probleme zu gewinnen.

Brett 5: Hoffmeister - Plaumann 0 : 1 kl
Ohne Worte!

Brett 6: Hegde - Kruijer ½ : ½
Ralf spielte die Eröffnung sehr passiv und Weiß hatte keine Probleme eine deutlich bessere Stellung zu erhalten. Dummerweise wusste er nichts damit anzufangen, so dass Ralf sich nach und nach befreien konnte und schließlich sogar in Vorteil kam. Dann übersah er jedoch einen Springereinschlag mit Dauerschach.

Brett 7: Krauhausen - Schmidt ½ : ½
Günter spielte die Eröffnung mal wieder hyperscharf und opferte Bauern und später auch Qualität. Irgendwann in der Partie stand er wohl auch auf Verlust, Schwarz konnte jedoch nichts daraus machen. Vielmehr erreichte man ein Turmendspiel mit 2 Mehrbauern für Weiß. Dummerweise ließ Günter sich ins Bockshorn jagen und meinte eine Zugwiederholung eingehen zu müssen.

Brett 8:Schubert, T. - Kalkmann ½ : ½
Weiß spielte die Eröffnung anspruchslos, so dass Hans schnell ausgleichen konnte. Nach entsprechender Vorbereitung konnte er mit einem Zentrumsvorstoß die Initiative übernehmen und kam in Vorteil. Danach häuften sich jedoch auf beiden Seiten die Ungenauigkeiten, die damit endeten, dass Hans eine Figur einstellte. Er kämpfte jedoch wacker weiter und schob seine Damenflügelbauern immer weiter nach vorne, bis Weiß sich gezwungen sah, die Figur zurückzugeben. Das entstandene Bauernendspiel war jedoch einfach für Weiß gewonnen, hätte er nur mit 54. f4! einen Bauerndurchbruch realisiert. Stattdessen tauschte er alle Bauern bis auf je einen auf jeder Seite ab, und Hans hatte keine Probleme Remis zu halten.

Fazit: Ein Kampf mit Höhen und Tiefen, der 2 wichtige Punkte auf unser Konto brachte.

 
Roland Nepsen