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Turm Krefeld II - Springer I 3½ : 4½
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| 12.12.99 |
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Heute ging es gegen Turm Krefeld II, gegen die wir natürlich besonders motiviert waren, nachdem wir im letzten Jahr mit 7 Mann unglücklich verloren hatten. Auch diesmal mussten wir 2 Spieler ersetzen (Peter und Ralf, der im Krankenhaus war - gute Besserung!), konnten aber immerhin zwei Ersatzspieler stellen - im Gegensatz zum letzten Jahr. Wie sich jedoch herausstellte, hatten auch die Türmer Aufstellungsprobleme, da ein Teil ihrer Spieler gleichzeitig in den Niederlanden bzw. Belgien spielen. Allerdings haben die Krefelder doch ein wesentlich größeres Spielerpotential, um solche Ausfälle auszugleichen. Nun aber zu den Partien:
- Nepsen (2099) - Prudlo (2102) ½ - ½
- Durch eine recht ungewöhnliche Zugumstellung landeten wir in einem c3 - Sizilianer. Als wir 11 Züge gespielt hatten, stand der Mannschaftskampf für uns schon recht gut, so dass ich zu einem Remis abwickeln konnte.
- Haverkamp (1996) - Fischdick (2035) 0 : 1
- Werner's Gegner ging von vorn herein zur Sache und spielte das Staunton Gambit der holländischen Verteidigung. Es gelang Werner jedoch recht schnell die Spannung aufzulösen und die Damen zu tauschen. Zwar hatte Weiß immer noch etwas Spiel, dieses verspielte er jedoch durch einen "Ausheber", der sich lediglich als Verlust zweier Tempi erwies. Werner konnte diese Zeit nutzen, um zwei weitere Bauern einzusammeln. Damit war die Partie auch beendet.
- Basen (2052) - Fehmer, Dirk (1978) 0 : 1
- Thomas konnte aus der Eröffnung keinen großen Vorteil ziehen. Allerdings stand er immer etwas besser. Seinen Springer brachte er über h4 nach f5 in die Nähe des Königs. Wäre dieser Springer anschließend nach d6 und nicht nach h6 gegangen, hätte es doch noch einen klaren Vorteil für Weiß gegeben. So opferte Thomas zwei Figuren gegen Turm und Bauer. Trotz horrender Zeitnot konnte Dirk durch einen taktischen Witz einen weiteren Bauern einkassieren, so dass er nach der Zeitkontrolle bald den ganzen Punkt verbuchen konnte.
- Fehmer, Carsten (2034) - Kothen (2021) 0 : 1
- Helmut stand aus der Eröffnung heraus etwas bedrängt und Weiß hatte leichten Vorteil. Dann stellte Carsten jedoch eine Qualität ein, was die Stellungsbeurteilung dramatisch änderte. Lustig war nur, dass Helmut die Qualität auch einen Zug vorher hätte gewinnen können. Vielleicht wollte er dem Gegner die Möglichkeit bieten, seinen Lapsus zu korrigieren. Als dieser nicht zu griff, griff Helmut zu. Der Rest war eine Sache der berühmten Technik, die Helmut souverän meisterte.
- Plaumann (1963) - Cleven, Maria (1923) 0 : 1
- Roland spielte mit Weiß gegen die Caro - Kann Verteidigung. Schwarz spielte etwas seltsam. Sie trieb die Bauern am Königsflügel vorwärts und rochierte kurz. Nun hätte Roland kurzen Prozess machen können, fand aber den Ausheber nicht. Statt dessen wickelte er in ein ganz leicht schlechteres Endspiel ab, welches aber wahrscheinlich Remis ausgegangen wäre. Mit seinem 37. Zug ließ er jedoch die Zeit ablaufen (auf der digitalen Uhr). Auf die Reklamation seiner Gegnerin meinte Roland nur "Wieso? Ich habe doch noch eine Minute". Wir mussten ihn dann gemeinsam davon überzeugen, dass seine Zeit gefallen war. Er verließ sichtlich konsterniert den Turniersaal.
- Zabeschek (2009) - Krauhausen (1871) 0 : 1
- Günter's Partie war ungefähr so kurz wie meine (was die Spielzeit betrifft, hat er 10 Minuten länger gespielt, was die Zügezahl betrifft, hat er 3 Züge weniger gemacht). Der entscheidende Unterschied jedoch: er hat gewonnen! Nach ungefähr ausgeglichenem Eröffnungsverlauf unterlief dem weißen ein taktischer Faux Pas, der eine ganze Figur kostete.
- Salamone (1643) - Winter (1920) 1 : 0
- Nach 5 Schwarzsiegen an den Brettern 2 bis 6 der erste Sieg mit den weißen Steinen. Dabei erwies sich Giuseppe als Matchwinner. Beim Stand von 3½ : 1½ erspielte er den entscheidenden Punkt, denn zu diesem Zeitpunkt standen Thomas und Artur auf Verlust. Allerdings benötigte er dabei die Hilfe seiner Gegnerin. Nach anspruchsloser Eröffnungsbehandlung von Weiß konnte Schwarz langsam die Initiative übernehmen und stand mit dem Läuferpaar gegen zwei Springer sicher besser. Im Bestreben den Druck abzuschütteln, erlaubte Giuseppe seiner Gegnerin einen Tausch Turm gegen 2 Springer, wonach Schwarz deutlich besser gestanden hätte. Schwarz nutzte dies jedoch nicht aus und Giuseppe's Plan ging doch auf - die Partie stand gleich. Manchmal sind in Zeitnot Springer etwas besser als Läufer - der Gegner könnte eine Gabel übersehen. So auch hier. Schwarz schuf eine Felderschwäche auf d6, die Giuseppe durch einen Rösselsprung Sg3-e4+ und Se4-d6 ausnutzen konnte. Herausgekommen wäre ein Bauern - wenn Schwarz nicht statt dessen die Qualität und einen Bauern eingestellt hätte. Der Rest war Schweigen.
- Küsters (1895) - Henzel (1786) 1 : 0
- Der zweite Weißsieg in diesem Match und auch hier war die tatkräftige Unterstützung des Gegners nötig. Artur spielte mit Scharz das Wolga Gambit und erreichte eine "Wolga - Traumstellung". Leider fand er nicht den richtigen Plan und nutzte auch Ungenauigkeiten des Gegners nicht aus. Z.B. hätte er mehrmals einen auf a4 gestrandeten Springer nebst dessen Kollegen vorteilhaft gegen einen Turm gewinnen können. So spielte er vor sich hin und es kam wie es kommen musste: Weiß konsolidierte sich und brach im Zentrum durch. Eine Ungenauigkeit kostete Artur obendrein noch einen weiteren Bauern, wonach die Stellung endgültig verloren war. Da Weiß aber wenig energisch spielte, dauerte die Partie noch 25 Züge, ohne dass Artur in Remis Nähe gekommen wäre.
Endlich wieder einmal ein Sieg gegen Turm Krefeld! Dabei kam uns sicher zu Gute, dass Turm auf 4 Stammspieler verzichten musste. So war der Kampf von der Papierform ungefähr ausgeglichen. Der Sieg ging meiner Meinung nach voll in Ordnung. Giuseppe gewann zwar glücklich, andererseits verschenkten wir an den Brettern 3, 5 und 8 mindestens 2 Punkte. Nachdem der Abstieg mit nun 6 Punkten auf der Haben Seite kein Thema mehr sein sollte, können wir uns höheren Zielen zuwenden.
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| Roland Nepsen |
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