Nettetal I - Springer II 4½ : 3½
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Nettetal I - Springer II 4½ : 3½
 
3.12.2000
 
Heute, am 1. Advent sind beide Mannschaften jeweils mit einem Ersatzspieler angetreten. Vor acht Monaten konnten wir hier noch mit 6 - 2 gewinnen. Heute lief es jedoch anders.

Brett 6: Thieme - Frantzen 1 : 0
Lutz Frantzen mit Schwarz gegen Thieme. Schon in der Eröffnung, im 6. Zug, beging Lutz einen Fingerfehler, der zu einer miserablen Königsstellung und zu einem Bauernverlust führte. Auch im Mittelspiel setzte Weiß kräftig nach, Schwarz stand einfach katastrophal und hatte nicht einmal den Hauch einer Chance. So war es auch nicht verwunderlich, daß Schwarz nach gut 2 Stunden und nach 21 Zügen dem Drama ein Ende machte und aufgab. So hatte dann der Schreiber dieser Zeilen genug Zeit, den Bericht zu verfassen, der deshalb auch etwas länger ausfällt. 1 - 0.

Brett 2: Gorißen - Kalkmann 0 : 1
Hans Kalkmann spielte mit Schwarz gegen Gorißen. Hans konnte dem weißen Druck auf seinen Königsflügel souverän parieren und dabei sogar einen Bauern ergattern. Weiß war wohl so mit seinem Angriffsspiel befaßt, daß er den schwarzen Konter übersah. Durch ein Abzugsschach gewann Hans zunächst eine Figur. Als sich Weiß die Figur zurückholte setzte er sich jedoch einem Familienschach aus. Hans bekam gegen Turm die Dame. "Jetzt gehe ich erst einmal eine Rauchen", sagte Hans und ließ seinen Gegner entnervt am Brett zurück. Im 38. Zug gab der Nettetaler auf und nach drei Stunden war der Ausgleich geschafft. 1 - 1.

Brett 4: Wiemes - Salamone 1 : 0
Giuseppe Salamone mit Schwarz gegen Wiemes. Giuseppe versuchte auf dem Damenflügel mit seinen schwarzen Steinen Druck aufzubauen. Im laufe des Mittelspiels ging jedoch ein Bauer flöten. Weiß gelang die Plazierung eines Bauern auf e7, womit die schwarzen Schwerfiguren gebunden waren. Der offene Königsflügel sollte Giuseppe später zum Verhängnis werden, denn die Weißen konnten in aller Ruhe zum Todesstoß ausholen. Im 26. Zug konnte unser Mann die Koffer packen. Der Ausgleich währte nicht lange, denn kurz nach Hans Sieg führten wieder die Gastgeber. 2 - 1.

Brett 8: Dombrowe - Kusel ½ : ½
Heinrich Kusel gegen Dombrowe. Heinrich spielte für Uli Külkens Ersatz. Als Schwarzer konnte er die Partie recht offen gestalten. In einem sonst weniger ereignisreichen Spiel opferte Heinrich seinen Läufer gegen Angriff, bei dem er dann die Dame gegen seinen Turm gewinnen konnte. Das Endspiel war nicht einfach mit Dame gegen Turm und Läufer und noch zwei Mehrbauern des Weißen. Schwarz manövrierte nun zu einem Dauerschach und brachte somit nach 37 Zügen und rund vier Stunden das erste Remis des Tages unter Dach und Fach. 2½ - 1½.

Brett 1: Podschun - Daniel 0 : 1
Bernd Podschun gegen Daniel mit Weiß. Bernd hatte gegen den wesentlich besseren Daniel eigentlich keine Chance, doch das sollte sein Gegner auch erst einmal beweisen. Nach dem Motto "im Angriff liegt die beste Verteidigung", schob Bernd seine Bauern nach vorne, was zunächst auch in gewisser Weise feldüberlegen aussah. Doch so um den 20. Zug hatte Bernd sechs seiner sieben Figuren auf der Grundlinie postiert. Das schwarze Rollkommando schob sich immer weiter in Richtung der Weißen. Zwei Bauern fielen dem Sturm zum Opfer. Daniel setzte konsequent fort und ließ Bernd keine Chance. Trotzdem keine schlechte Leistung unseres Spitzenbrettes. 3½ - 1½

Brett 5: Hilgers - Stephan 1 : 0
Erich Hilgers gegen Stephan. Mit Weiß stand Erich nach dem Damentausch meistens etwas aktiver im Feld, hatte das Läufer- gegen das Springerpaar. Schwarz beschränkte sich nun auf reine Abwehrarbeit und Erich hatte Mühe, in des Gegners Stellung einzudringen. Im Turmendspiel blieben je fünf Bauern pro Seite im Spiel. Erich hatte aber die Initiative, gewann einen Agronomen und setzte seinen Teamchef (König) mit ins Geschehen ein. Schließlich zog Weiß nach Turmopfer zur Dame ein, was dann nach dem 55. Zug und 4½ Stunden für den Anschlußtreffer sorgte. 3½ - 2½

Brett 7: Henzel - Faahsen ½ : ½
Artur Henzel gegen Faahsen. Artur opferte als Weißer mal wieder seinen Bauern g4 (arme Sau - der Bauer), später kam es zum Tausch von Arturs Turm und Bauer gegen zwei Figuren. Nach gegenläufigen Rochaden war, wie meistens, eine unübersichtliche Stellung entstanden. Schwarz opferte in die lange Rochade einen Läufer, bekam starken Angriff auf den König. Artur hatte mächtig zu tun, der mit allen Schwerfiguren besetzte b-Linie zu entkommen. Durch die schwarze Zeitnot ging das Spiel nun ziemlich schnell. Die gegenseitigen Chancen ließen sich gar nicht durchrechnen. Nach großem Gefetzte auf dem Brett blieben Weiß S und L gegen T und je zwei Bauern. Das Remisangebot von Faahsen konnte Artur ob des Spielstands nicht annehmen. Doch Schwarz forcierte das remis durch Abtausch des Läufers und Bauern gegen Turm. Nach 55 Zügen und fünf Stunden war Nettetal das Remis sicher. 4 - 3

Brett 3: Lautenbach - Hoedemakers ½ : ½
Walter Lautenbach spielte mit Weiß gegen Hoedemakers. Walter hatte mit Weiß die Initiative auf seiner Seite, spielte solide seinen Angriff durch, erzielte dabei die bessere Stellung und konnte einen Landwirt gewinnen. Zum Ende des Mittelspiels blieben je zwei Türme und ein Springer im Spiel. Das Endspiel gestaltete sich spannend, denn es bleiben je ein Springer, Schwarz hatte zwei Freibauern auf b und c, Walter drei Freibauern auf f, g und h. Jetzt kam es auf jedes Tempo an. So ein Springerendspiel ist ohnehin schwierig zu berechnen. Die Schwarzen konnten einen Zug schneller zur Dame einziehen und dann auch das siegbringende Remis erzwingen. Nach 55 Zügen und gut fünf Stunden war das Tagwerk vollbracht. 4½ - 3½.

Leider hat es diesmal nicht gereicht, sonst wäre es wieder ein 4 - 4 geworden. Doch das bringt es mit der Dreipunkteregelung bestimmt nicht. So wollen wir im nächsten Jahr dann doch mal einen Dreier einfahren.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen die Springer der II. Mannschaft....

 
Lutz Frantzen