Springer II - Nettetal 4½:3½
Springer St. Tönis

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Springer II - Nettetal 4½:3½
 
7.02.99
 
Unser erster Heimspielgegner in diesem Jahr kam aus Nettetal, die leider vier Spieler ersetzen mußten. Bei uns konnte Peter Drißen sein Brett 4 aus beruflichen Gründen nicht besetzen, für ihn spielte an Brett 8 Wolfgang Klaus.

    Brett 6:
    Artur Henzel stand mit Weiß in seiner inzwischen bekannten Lieblingseröffnung gegen Post in druckvoller Stellung. Sein Gegner kam wohl mit dem weißen Angriff nicht zurecht. Bereits nach 1¼ Stunden und 20 Zügen brachte Artur uns in Führung 1 - 0.

    Brett 1:
    Bernd Podschun hatte mit Jürgen Daniel den stärksten Brocken. Bernd spielte mit den schwarzen Steinen recht defensiv, kam mit seiner Unterentwicklung schnell in Stellungsnachteil und wurde regelrecht zusammengeschoben. Bernd machte diesem Graus ein Ende und gab auf. Nach knapp 2 Std. und 24 Zügen Ausgleich zum 1 - 1.

    Brett 7:
    Giuseppe Salamone gegen Rösges. Mit Schwarz spielte Giuseppe offensiv, opferte für seinen Angriff auf dem Königsflügel und zwei Bauern eine Leistfigur. Dadurch entstand enormer Druck auf die weiße Stellung. Rösges konnte den Mattangriff nicht mehr parieren. Nach gut 2 Stunden also wieder Führung für uns zum 2 - 1.

    Brett 3:
    Hans Kalkmann mit Schwarz gegen Wiemes. Hier war wohl nicht viel los, denn nach «Französisch-Abtausch» konnte keiner der Beiden entscheidenden Vorteil erzielen. Nach 24 Zügen und 2½ Std. also 2½ - 1½.

    Brett 4:
    Lutz Frantzen spielte mit Weiß gegen Blech. Nach sizilianischer Eröffnung benötigte der Schwarze nach 9. f4 über eine ½ Std. Bedenkzeit. Lutz setzte seinen Angriff fort, konnte nach langer Rochade, Bauern- und Qualitätsopfer seinen Stellungsvorteil nicht durchbringen. Nach Rückgewinn der Qualität war der Druck raus. Vielleicht veranlaßte die hohe verbrauchte Zeit Blech zu einem übereilten Zug, denn Weiß konnte schließlich einzügig mattsetzen. Nach knapp 3 Stunden und 26 Zügen glückliche 3½ - 1½ - Führung.

    Brett 8:
    Wolfgang Klaus gegen M. Girbig. Unser Ersatzmann opferte etwas unmotiviert im 13. Zug seine Qualität, spielte danach aber voll auf Angriff, ohne sich um seine eigene Verteidigung zu kümmern. Seine Gegnerin mit wenig Turniererfahrung war wohl von Wolfgangs Säbelrasseln schwer beeindruckt, übersah den Gewinnzug durch Gegenopfer und nahm überraschend für uns das Remisangebot von Wolfgang an. Nach 32 Zügen und 3¼ Stunden war uns das Mannschaftsremis sicher, 4 - 2.

    Brett 2:
    Erich Hilgers mit Weiß gegen Gorißen. Ohne zu rochieren kam Erichs Angriff nicht voran, Schwarz konnte auf der F-Linie seine Schwerfiguren postieren. Nach Tausch Dame gegen beide Türme übersah Erich den entscheidenden Zug von Schwarz und gab auf, bevor er mit zwei Bauern in Nachteil geraten wäre. Nach 28 Zügen und 3:20 Std. konnte Netteteal auf 4 - 3 verkürzen.

    Nun dachten alle, wir könnten schnell nach Hause fahren, doch die letzte entscheidende Partie hatte es noch einmal in sich.

    Brett 5:
    Walter Lautenbach gegen Rothkugel. Der schwarze Walter verhielt sich zunächst ziemlich defensiv. Der Weiße versuchte, die schwarze Stellung durch Figurenopfer zu knacken, kam aber nicht durch. Walter bot Remis an, doch Rothkugel spielte «gegen seinen Willen», wie er sagte, weiter, um noch den Ausgleich zu erzielen. Es entstand nun ein Bauernendspiel mit je 7 Bauern, Turm und Leichtfigur. Nach 5½ Std. befanden sich die Zwei in einem reinen Turmendspiel mit einem Freibauern für Weiß auf der b-Linie. Nun begab es sich so, daß sowohl Schwarz, als auch Weiß zum Thema «Turmendspiel» nur noch dunkle Erinnerungen hatten und die vielen Zuschauer um sie herum schienen noch etwas dazu beizutragen. Es ging hin und her, bis neben dem Turm nur noch je ein Bauer übrigblieb. Weiß konnte aber seinen f-Bauern nicht durchbringen, da Walter schließlich durch Dauerschach das Remis halten konnte. Nach endlich 7 Stunden war der Spieltag gelaufen, St. Tönis, wie bereits im Vorjahr, die glücklichere Mannschaft.
Heute kamen vier ältere Herren als Zuschauer, die sogar Eintritt hätten zahlen wollen. Leider blieb den Schaulustigen auch nur die letzte Partie zum Kiebitzen. Die einkalkulierten Siege der beiden Krefelder Mannschaften lassen nun die letzten beiden Spieltage noch einmal so richtig spannend werden. St. Tönis muß auf jeden Fall beide Spiele gegen Turm und SG gewinnen, um den kaum für möglich gehaltenen Aufstieg doch noch zu schaffen. Springer kann am 14. März ganz frei aufspielen, doch die Erzrivalen von Turm werden sicher kräftig dagegenhalten.
 
Lutz Frantzen