Springer III - Turm Krefeld V 2½ : 5½
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Springer III - Turm Krefeld V 2½ : 5½
 
28.02.99
 
St. Tönis III hat einfach Pech! Gekämpft und doch gegen eine verstärkte Krefelder Mannschaft verloren! Bereits nach 3½ Stunden stand der Wettkampf noch 2½ : 2½ . Dann jedoch setzte sich die Routine der Krefelder Mannschaft durch. Mit sehr viel Glück wäre ein 4 : 4 möglich gewesen!

Brett 1 : Külkens - Holzvoigt 1 : 0

Die bekannte Rubinstein Variante aus der frz. Verteidigung war Ausgangspunkt des Kampfes am Spitzenbrett. Beide versuchten kleine Vorteile für den entscheidenden Kampf im Endspiel zu erreichen. Holzvoigt rechnete bereits mit minimalen Vorteilen, als bei einem Schachangebot eine Fesselung des Königs durch Wegzug nach e7 vermieden wurde. Dieser Königszug war überhaupt nicht in die Kalkulation von Weiß eingeplant gewesen. Bei fast vollem Brett läßt man den König doch nicht in der Mitte stehen! Bereits nach weiteren Zügen konnte Schwarz das Geschenk des schwarzen Läufers entgegennehmen. Der bestehende Angriff von Weiß wurde sehr schnell abgewehrt. Wegen Zeitnot von Schwarz gab Weiß noch nicht auf. Schwarz setzte anschließend alle Leicht- und Schwerfiguren - einschließlich König - auf schwarze Felder und beherrschte danach die schwarzen Felder bis zur Mattsetzung.

Brett 2 : Schellkes - Cevik 0 : 1

Schwarz spielte die frz. Verteidigung und konnte sehr schnell den Ausgleich erhalten. Im weiteren Spielverlauf bekam Weiß mit seinen vorgerückten Damenbauern sehr viel Probleme. Die Angriffsformation erfolgte über die a Linie und erreichte als Gewinnfaktor einen gedeckten c Bauern. Weiß hatte keine Gegenposition gebildet und musste nach rund 35 Zügen aufgeben.

Brett 3 : Kusel - Rohr 0 : 1

In einer schwerblütigen spanischen Variante zeigten sich bis zur Zeitnotphase von beiden Spielern lediglich minimale Vorteile auf beiden Seiten. Jeder versuchte genügend gute Felder für seine Leicht und Schwerfiguren zu erreichen. Die Abtauschbereitschaft war bei fast vollem Brett in der Vergangenheit nicht sehr groß gewesen! Erst nach einem falschen Damenzug von Schwarz konnte Weiß eine Leichtfigur und danach die Partie gewinnen.

Brett 4 : Schüller - Schäffner 0 : 1

Weiß beschäftigte den Gegner an allen Fronten und hatte darüberhinaus seinen b Bauern bereits bis nach b6 entwickelt. Mangels Leichtfiguren konnte eine Mattsetzung von Weiß nicht mehr erfolgen. Weiß beherrschte den Damenflügel und das Zentrum! Jedoch waren durch den Aufmarsch der weißen g und h Bauern schwarze Felderschwächen entstanden, die Schwarz durch eine Turmentwicklung auf der dritten Reihe - in guter Zusammenarbeit mit der schwarzen Dame auf den scharzen Feldern - zum Gewinn verdichtete.

Brett 5 : Vinken - Cieslik 1 : 0

Bereits in der Eröffnung hatte Schwarz ein riesiges Zentrum mit wesentlich besserer Figurenentwicklung erhalten. Leider änderte sich die Begebenheit wieder nach Abschluss des Eröffnungsspieles. Weiß spielte nicht konzentriert weiter und musste nach Damenausflug und Bauernraub auf b7 ein Waterloo seines Königs im Zentrum und auf der ersten Reihe live miterleben.

Brett 6 : Magen - Lysk ½

Weiß hatte eine sehr schöne Stellung aus der Eröffnung erhalten. Ein weißes Druckspiel mit geöffneter f Linie und sehr viel Potential auf das schwarze Einbruchsfeld f6 ließen genügend Siegchancen offen. Leider verflachte das Spiel in den weiteren Stunden und konnte bei wenigen Bauern und sehr viel Damenschach auf beiden Seiten nur noch zum Remis führen.

Brett 7 : Klaus - Der 0 : 1

Die polnische Verteidigung spielte Wolfgang gegen den Krefelder Der. Schwarz hätte normal seine Entwicklung vollenden müssen um anschließend Seitendruck gegen den vereinzelten e5 Bauern zu geben. Stattdessen erlaubte sich die schwarze Dame einen Spaziergang vor den eigenen Figuren. Weiß konnte aufgrund des Damenausflugs Zeit gewinnen und nutzte diese durch korrekte Tempovorstöße aus. Nachdem Schwarz seinen eigenen b7 Läufer durch den Vorstoß Bauer d5 abgesperrt hatte, war der Gewinn lediglich eine Frage der Zeit.

Brett 8 : Sina Lautenbach - Winkler 0 : 1

Sehr schön spielte Sina gegen der Krefelder Winkler. Es war ein Spiel mit entgegengesetzten Rochaden und Angriffsformationen auf beiden Seiten. Schwarz konnte schon sehr früh das Spiel bestimmen. Möglichkeiten eines direkten Frontalangriffs gegen den weißen König zeigten sich bei der sofort eingeleiteten Verteidigungsstrategie von Weiß jedoch noch nicht. Sina spielte sehr zäh und musste sich erst nach fast fünf stündiger Spielzeit dem erfahreneren Spieler geschlagen geben!!

 
Ulrich Külkens