Springer I - Viersen II 2½ : 1½
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Springer I - Viersen II 2½ : 1½
 
27.09.99
 
Die heutige erste Runde des Bezirks - Vierer - Pokals hatte es in sich. Wir mussten gegen Concordia Viersen II antreten. Die traten mit 3 Spielern der ersten (Regionalliga) Mannschaft an und einem Spieler ihrer zweiten Mannschaft. Von der Papierform waren wir trotzdem favorisiert. Der Verlauf des Kampfes glich aber eher einer Achterbahnfahrt.

Als erstes tat sich an Brett 4 etwas. Günter blitzte die Eröffnung herunter. Er ruinierte den gegnerischen Damenflügel, setzte sich aber zugleich einem starken Königsangriff aus. Übersteht er diesen, hat er das klar bessere Endspiel.

Thomas spielte eine sehr ruhige Partie mit Weiß (Damengambit - Abtauschvariante). Der Gegner lief in den einzig möglichen Eröffnungstrick herein: ... h6, Lf4 Sh5, Sxd5 und Schwarz darf nicht ... cxd5 schlagen, da dann Lc7 die Dame gewinnt!

Zu diesem Zeitpunkt stand ich etwas passiv, wahrscheinlich aber solide. Ralf stand etwas schlechter, da er die Eröffnung mit Weiß sehr harmlos anging, während sein Gegner konsequent das Zentrum eroberte. Dann jedoch ging es los.

Durch einen Rechenfehler (ich habe einfach die umgekehrte Zugreihenfolge nicht berücksichtigt) stellte ich einen wichtigen Zentralbauern und damit wohl die Partie ein. Zunächst spielte ich jedoch weiter. Ralf stellte auch einen Bauern ein, allerdings auf etwas sehr kuriose Weise. Von den letzten 5 gegnerischen Zügen waren 4 mit ein und demselben Springer. Dieser legte die Route Sb6-c8-e7-c6-b4 zurück und Ralf gab auf. Das war wohl nicht nötig!

Mit der Zeit geriet mein Gegner in Zeitnot und stellte einen Qualität gegen einen Bauern ein. Ich stand immer noch schlechter, möglicherweise auf Verlust. Durch das nun entstandene Ungleichgewicht hatte ich jedoch wieder etwas aktiveres Spiel. Also ein Blick auf die beiden verbliebenen Nachbarbretter: Günter stand zwischenzeitlich auf Verlust, der Gegner konnte dies aber nicht ausnutzen, so dass es hier weiterging. Und Thomas - nun auch er sollte sich heute ins "Goldene Patzerbuch" eintragen. Neben seinem Mehrbauern stellte er noch gleichen einen weiteren ein, so dass er auf Verlust stand.

In Zeitnot entschloss sich mein Gegner seine Dame gegen Turm, Läufer und starken d - Freibauern zu opfern. Allerdings stand sein Turm passiv, so dass das Opfer wahrscheinlich nicht korrekt war. Günter konnte inzwischen seine Partie gewinnen, so dass alles nach einem Blitzentscheid aussah, vorausgesetzt ich würde gewinnen und Thomas verlieren. Durch einige kraftvolle Züge konnte ich die Partie dann tatsächlich schnell für mich entscheiden. Nun erstmal tief durchatmen! Und ein Blick auf Thomas' Brett geworfen. Oops - da hat er doch tatsächlich eine Figur gegen zwei Bauern mehr! Wie sich später herausstellte hat der Gegner diese auf selten dämliche Weise eingestellt - ungefähr so wie ich meinen Bauern. Thomas versuchte dann noch einige Züge lang zu gewinnen, was sich aber als gar nicht so einfach herausstellte. Da uns ein Remis zum Mannschaftssieg genügte, riskierte er nichts mehr und machte eben dieses Remis.

In der nächsten Runde müssen wir nun gegen den SV Rheydt antreten - am besten in Bestbesetzung.

 
Roland Nepsen