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Der nachfolgende Bericht wurde uns dankenswerter Weise von der SG Rheine zur Verfügung gestellt.
Lauf- und Denksport miteinander zu kombinieren,
diese Idee der Schachgemeinschaft Rheine hat sich durchgesetzt. Zum dritten Mal
trafen sich laufende Schachspieler und schachspielende Läufer zum „Schlauf“,
einem Kombinationswettbewerb aus einem 10 km-Lauf und einem
Schnellschachturnier. Dieser Wettkampf, der vor zwei Jahren als Schnapsidee ins
Leben gerufen wurde, hat sich inzwischen zu einem ernstzunehmenden Wettbewerb
entwickelt und ist aus dem Turnierprogramm der Schachgemeinschaft nicht mehr
wegzudenken.
22 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet,
darunter zum ersten Mal auch eine Dame, kamen am vergangenen Sonntag nach
Rheine, um an diesem einzigartigen Duathlon teilzunehmen. Bei bestem Laufwetter
gingen die Sportler um 10.00 Uhr vom Timmermannufer aus auf die landschaftlich
schöne und gut ausgeschilderte Strecke entlang der Ems. Die idealen Bedingungen
führten dazu, dass fast alle Läufer ihre bisherigen Bestzeiten unterboten und
der Sieger des Laufwettbewerbes, Jens Patommel aus Viersen, mit der Superzeit
von 36,13 min ins Ziel kam. Um Platz zwei wurde hart gefightet. Im
Sekundenabstand kamen gleich drei Läufer ins Ziel. Michael Schlenger aus
Köln-Norf wurde mit 39,22 min zweiter, vor dem Sieger des Schlaufwettbewerbes
1998, Wilhelm Welzel aus Ibbenbüren, der nur fünf Sekunden später ankam.
Lokalmatador Thomas Ritter lief mit 39,35 min eine persönliche Bestzeit und
belegte Platz 4. Aber auch die anderen Teilnehmer absolvierten keinen
„Wandertag“, was die Tatsache deutlich macht, dass 17 Teilnehmer unter 50,00 min
blieben. Besonders hervorzuheben ist dabei die Leistung von Hans Thieme. Der
67-jährige Rechtsanwalt aus Frankfurt zeigte so manchem jungen Läufer die Hacken
und kam mit stolzen 40,01 min als fünfter ins Ziel.
Nach einem erfrischendem Sprung in das Wasser
des Hallenbades ging es um 14.00 Uhr mit dem Schnellschachturnier weiter, was
Turnierleiter Helmut Drees zu der Bemerkung veranlasste: „Der Schlauf ist das
einzige Schachturnier, bei dem alle Teilnehmer frischgeduscht an den Start
gehen.“ Bei fünf Teilnehmern mit einer Schachwertungszahl (DWZ) über 2000 war
das Schnellschachturnier für Rheinenser Verhältnisse außergewöhnlich gut besetzt
und wäre selbst als Einzelturnier ein Highlight gewesen. Hier siegte nach sieben
Runden Carsten Stanetzek von den Schachfreunden aus Lohmar, der nur einen halben
Zähler abgab.
Nach Beendigung des Schachturniers waren alle
gespannt auf die Gesamtwertung. Bei der Ausgeglichenheit in der Spitzengruppe
gab es keinen eindeutigen Favoriten, und so fiel das Endergebnis denn auch
denkbar knapp aus.
Matthias Stephan und Bernd Pröschold hatten nach
beiden Wettbewerben die gleiche Punktzahl erzielt. Da nach dem Reglement in
diesem Fall der Sportler mit dem besseren Schachergebnis gewinnt, heißt der
Sieger des “Schlauf 2000“ Bernd Pröschold aus Olpe. Ein siebter Platz beim
Laufen in 40,23 min und ein dritter Platz beim Schach mit 5,0 Punkten reichten
dem sympathischen Studenten zum Gesamtsieg. Der riesige Wanderpokal geht somit
für mindestens ein Jahr ins Sauerland. Matthias Stephan aus Lohmar wurde zweiter
vor seinem Vereinskameraden Carsten Stanetzek. Bester Rheinenser war Thomas
Ritter auf Platz 11.
Für die drei Erstplazierten gab es Pokale, die
einzige Dame im Feld wurde besonders geehrt. Für ihren Mut, in die Domäne der
Männer einzudringen, erhielt Aranka Hermanns aus Neuss einen Bildband über
Rheine und Umgebung. Sie wird damit diesen Tag und unsere Heimatstadt sicherlich
in guter Erinnerung behalten.
Die Idee der SG Rheine hat inzwischen Nachahmer
gefunden. Schachfreund Beisswanger aus Berlin möchte mit seinem Schachklub auch
eventuell einen „Schlauf“ ausrichten. Es kann also durchaus sein, dass die
Schachfreunde aus Rheine schon bald durch die Hauptstadt „schlaufen“.
Dementsprechend fiel das Fazit der SG Rheine auch sehr positiv aus. Für das
nächste Jahr strebt man ein noch größeres Teilnehmerfeld und eine internationale
Beteiligung an. Der Termin für den „Schlauf 2001“ wurde auf den 27. Mai
festgesetzt.
Aber nach dem diesjährigen Wettbewerb steht
eines fest: Wer den „Schlauf 2001“ gewinnen will, muss die 10 km in 40,00 min
laufen und eine DWZ von 2100 besitzen, was dem Niveau der Schachoberliga bzw.
der 2. Schachbundesliga entspricht. Wer hätte das vor zwei Jahren
geahnt.
Gesamtergebnis des 3. Schlauf (Rheine 21.05.2000)
| Rang |
Vorname |
Nachname |
Verein |
DWZ |
Laufen |
Schach |
Gesamt |
| 1 |
Bernd |
Pröschold |
SF Olpe |
2102 |
16 |
20 |
36 |
| 2 |
Matthias |
Stephan |
SF Lohmar 1974 |
2156 |
17 |
19 |
36 |
| 3 |
Carsten |
Stanetzek |
SF Lohmar 1974 |
2148 |
12 |
23 |
35 |
| 4 |
Hans |
Thieme |
Sfr Frankfurt |
1986 |
18 |
16 |
34 |
| 5 |
Michael |
Schlenger |
SG Norf 1992 |
1628 |
21 |
11 |
32 |
| 6 |
Jens |
Patommel |
1.FC Concordia Viersen |
1817 |
23 |
9 |
32 |
| 7 |
Wilhelm |
Welzel |
SV Ibbenbüren |
1572 |
20 |
10 |
30 |
| 8 |
Erich |
Hilgers |
Springer St. Tönis |
1853 |
11 |
17 |
28 |
| 9 |
Frank |
Kosfeld |
SG Herne-Contantin |
1827 |
14 |
13 |
27 |
| 10 |
Wolf |
Beisswanger |
SC Lavandevil Berlin
Charlottenburg |
1925 |
15 |
12 |
27 |
| 11 |
Thomas |
Ritter |
SG Rheine |
1625 |
19 |
5 |
24 |
| 12 |
Dieter |
Hofene |
SF Beelen |
2019 |
2 |
21 |
23 |
| 13 |
Arnold |
Essing |
SF Neuenkirchen |
2108 |
1 |
18 |
19 |
| 14 |
Thomas |
Lorenzet |
SpG Witzhelden/Dabringhausen |
1869 |
5 |
14 |
19 |
| 15 |
Daniel |
Brito |
SF Neuenkirchen |
1691 |
3 |
15 |
18 |
| 16 |
Reinhold |
Winter |
SF Neuenkirchen |
1503 |
10 |
6 |
16 |
| 17 |
Uwe |
Heidenreich |
vereinslos |
ohne |
7 |
8 |
15 |
| 18 |
Christoph |
Schlagbaum |
SV Ibbenbüren |
1616 |
8 |
7 |
15 |
| 19 |
Gerd |
Graff |
SG Rheine |
878 |
13 |
2 |
15 |
| 20 |
Reinhold |
Stricker |
SG Rheine |
1185 |
6 |
4 |
10 |
| 21 |
Rolf |
Hermanns |
DJK Novesia Neuss |
ohne |
9 |
1 |
10 |
| 22 |
Aranka |
Hermanns |
DJK Novesia Neuss |
ohne |
4 |
3 |
7 |
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