Schlauf 2000
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Schlauf 2000
 
24.05.2000
 
Der nachfolgende Bericht wurde uns dankenswerter Weise von der SG Rheine zur Verfügung gestellt.

Lauf- und Denksport miteinander zu kombinieren, diese Idee der Schachgemeinschaft Rheine hat sich durchgesetzt. Zum dritten Mal trafen sich laufende Schachspieler und schachspielende Läufer zum „Schlauf“, einem Kombinationswettbewerb aus einem 10 km-Lauf und einem Schnellschachturnier. Dieser Wettkampf, der vor zwei Jahren als Schnapsidee ins Leben gerufen wurde, hat sich inzwischen zu einem ernstzunehmenden Wettbewerb entwickelt und ist aus dem Turnierprogramm der Schachgemeinschaft nicht mehr wegzudenken.

22 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter zum ersten Mal auch eine Dame, kamen am vergangenen Sonntag nach Rheine, um an diesem einzigartigen Duathlon teilzunehmen. Bei bestem Laufwetter gingen die Sportler um 10.00 Uhr vom Timmermannufer aus auf die landschaftlich schöne und gut ausgeschilderte Strecke entlang der Ems. Die idealen Bedingungen führten dazu, dass fast alle Läufer ihre bisherigen Bestzeiten unterboten und der Sieger des Laufwettbewerbes, Jens Patommel aus Viersen, mit der Superzeit von 36,13 min ins Ziel kam. Um Platz zwei wurde hart gefightet. Im Sekundenabstand kamen gleich drei Läufer ins Ziel. Michael Schlenger aus Köln-Norf wurde mit 39,22 min zweiter, vor dem Sieger des Schlaufwettbewerbes 1998, Wilhelm Welzel aus Ibbenbüren, der nur fünf Sekunden später ankam. Lokalmatador Thomas Ritter lief mit 39,35 min eine persönliche Bestzeit und belegte Platz 4. Aber auch die anderen Teilnehmer absolvierten keinen „Wandertag“, was die Tatsache deutlich macht, dass 17 Teilnehmer unter 50,00 min blieben. Besonders hervorzuheben ist dabei die Leistung von Hans Thieme. Der 67-jährige Rechtsanwalt aus Frankfurt zeigte so manchem jungen Läufer die Hacken und kam mit stolzen 40,01 min als fünfter ins Ziel.

Nach einem erfrischendem Sprung in das Wasser des Hallenbades ging es um 14.00 Uhr mit dem Schnellschachturnier weiter, was Turnierleiter Helmut Drees zu der Bemerkung veranlasste: „Der Schlauf ist das einzige Schachturnier, bei dem alle Teilnehmer frischgeduscht an den Start gehen.“ Bei fünf Teilnehmern mit einer Schachwertungszahl (DWZ) über 2000 war das Schnellschachturnier für Rheinenser Verhältnisse außergewöhnlich gut besetzt und wäre selbst als Einzelturnier ein Highlight gewesen. Hier siegte nach sieben Runden Carsten Stanetzek von den Schachfreunden aus Lohmar, der nur einen halben Zähler abgab.

Nach Beendigung des Schachturniers waren alle gespannt auf die Gesamtwertung. Bei der Ausgeglichenheit in der Spitzengruppe gab es keinen eindeutigen Favoriten, und so fiel das Endergebnis denn auch denkbar knapp aus.

Matthias Stephan und Bernd Pröschold hatten nach beiden Wettbewerben die gleiche Punktzahl erzielt. Da nach dem Reglement in diesem Fall der Sportler mit dem besseren Schachergebnis gewinnt, heißt der Sieger des “Schlauf 2000“ Bernd Pröschold aus Olpe. Ein siebter Platz beim Laufen in 40,23 min und ein dritter Platz beim Schach mit 5,0 Punkten reichten dem sympathischen Studenten zum Gesamtsieg. Der riesige Wanderpokal geht somit für mindestens ein Jahr ins Sauerland. Matthias Stephan aus Lohmar wurde zweiter vor seinem Vereinskameraden Carsten Stanetzek. Bester Rheinenser war Thomas Ritter auf Platz 11.

Für die drei Erstplazierten gab es Pokale, die einzige Dame im Feld wurde besonders geehrt. Für ihren Mut, in die Domäne der Männer einzudringen, erhielt Aranka Hermanns aus Neuss einen Bildband über Rheine und Umgebung. Sie wird damit diesen Tag und unsere Heimatstadt sicherlich in guter Erinnerung behalten.

Die Idee der SG Rheine hat inzwischen Nachahmer gefunden. Schachfreund Beisswanger aus Berlin möchte mit seinem Schachklub auch eventuell einen „Schlauf“ ausrichten. Es kann also durchaus sein, dass die Schachfreunde aus Rheine schon bald durch die Hauptstadt „schlaufen“. Dementsprechend fiel das Fazit der SG Rheine auch sehr positiv aus. Für das nächste Jahr strebt man ein noch größeres Teilnehmerfeld und eine internationale Beteiligung an. Der Termin für den „Schlauf 2001“ wurde auf den 27. Mai festgesetzt.

Aber nach dem diesjährigen Wettbewerb steht eines fest: Wer den „Schlauf 2001“ gewinnen will, muss die 10 km in 40,00 min laufen und eine DWZ von 2100 besitzen, was dem Niveau der Schachoberliga bzw. der 2. Schachbundesliga entspricht. Wer hätte das vor zwei Jahren geahnt.

Gesamtergebnis des 3. Schlauf (Rheine 21.05.2000)
Rang Vorname Nachname Verein DWZ Laufen Schach Gesamt
1 Bernd Pröschold SF Olpe 2102 16 20 36
2 Matthias Stephan SF Lohmar 1974 2156 17 19 36
3 Carsten Stanetzek SF Lohmar 1974 2148 12 23 35
4 Hans Thieme Sfr Frankfurt 1986 18 16 34
5 Michael Schlenger SG Norf 1992 1628 21 11 32
6 Jens Patommel 1.FC Concordia Viersen 1817 23 9 32
7 Wilhelm Welzel SV Ibbenbüren 1572 20 10 30
8 Erich Hilgers Springer St. Tönis 1853 11 17 28
9 Frank Kosfeld SG Herne-Contantin 1827 14 13 27
10 Wolf Beisswanger SC Lavandevil Berlin Charlottenburg 1925 15 12 27
11 Thomas Ritter SG Rheine 1625 19 5 24
12 Dieter Hofene SF Beelen 2019 2 21 23
13 Arnold Essing SF Neuenkirchen 2108 1 18 19
14 Thomas Lorenzet SpG Witzhelden/Dabringhausen 1869 5 14 19
15 Daniel Brito SF Neuenkirchen 1691 3 15 18
16 Reinhold Winter SF Neuenkirchen 1503 10 6 16
17 Uwe Heidenreich vereinslos  ohne 7 8 15
18 Christoph Schlagbaum SV Ibbenbüren 1616 8 7 15
19 Gerd Graff SG Rheine 878 13 2 15
20 Reinhold Stricker SG Rheine 1185 6 4 10
21 Rolf Hermanns DJK Novesia Neuss ohne 9 1 10
22 Aranka Hermanns DJK Novesia Neuss ohne 4 3 7

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